Fußball
Arminia Ludwigshafen: Erleichterung nach dem ersten Heimsieg
Im Kreis, den die Arminia-Spieler nach einer Partie regelmäßig bilden, wurde endlich mal wieder gelacht und sogar das Arminia-Lied angestimmt. Der spielende Co-Trainer Matteo Monetta hatte ein feines Gespür dafür, dass er seine Ansprache kurzhalten musste. Zu erschöpft waren die schweißgebadeten Akteure am Ende einer englischen Woche und eines kräfteraubenden Spiels. Die schwüle Witterung tat ein Übriges. Über all diesen Anstrengungen stand die Freude über den ersten Heimsieg, nachdem die vorherigen Begegnungen im Südweststadion gegen den FC Karbach und den FK Pirmasens verloren wurden.
Steffen Straub rann der Schweiß in Sturzbächen von der Stirn. „Wichtig war, dass wir heute die Grundtugenden auf den Platz gebracht haben“, sagte der linke Flügelspieler, der vor der Runde aus Dudenhofen zur Arminia gekommen war. Gemeint waren Kampfgeist, Einsatz und Siegeswille. Der 29-jährige Straub erzielte sein erstes Saisontor (26.), das zudem der Siegtreffer sein sollte. „Ausgangpunkt war eine gute Vorwärtsverteidigung“, sprach der Mann mit der Nummer 7 die Balleroberung von Verteidiger Ricardo Antonaci an. Danach ging es blitzschnell. Langer Ball auf Bastian Hommrich, der das Tempo anzog, nach innen passte, wo Straub die Kugel über die Linie bugsierte (26.). Das war Umschaltfußball vom Feinsten.
Erstmals ohne Gegentor
Monetta sprach von einem effektiven Ballklau und einem Torerfolg nach zwei Pässen. „Steffen ist unglaublich wichtig für uns. Mit seinen Dribblings und seiner enormen Stärke im Eins-gegen-eins kann er gegnerische Abwehrreihen aufreißen und Torgefahr heraufbeschwören“, lobte Monetta. Er nahm in Abwesenheit von Chefcoach Andreas Brill eine Doppelrolle ein und stand 88 Minuten auf dem Platz. Straub hätte fast für eine frühe Vorentscheidung gesorgt, doch sein Gewaltschuss gleich nach der Pause geriet zum „Wembleytor“: Er traf die Unterkante der Latte, der Ball sprang auf die Linie und dann ins Feld zurück (48.).
Straub richtete den Blick schon mal nach vorne. „Das war heute ein hartes Stück Arbeit für uns. Es wird noch etwas dauern, bis die Abläufe automatisiert sind und wir die nötige Sicherheit ins Spiel bekommen“, betonte der Außenbahnspieler. Auf die Tabelle wolle er zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison noch nicht schauen. Im Moment überwiege das positive Gefühl über die drei Punkte und seinen Debüttreffer, mit dem er seiner neuen Mannschaft habe helfen können.
Erstmals ohne Gegentor
Neben Straubs Tor gibt es noch einen Fakt, der an diesem heißen Sommertag herauszuheben ist: Die Arminia blieb zum ersten Mal in dieser Runde ohne Gegentreffer. Dies lag zuvorderst an der aufopferungsvollen Abwehrarbeit, an der sich alle beteiligten. Gerade in der Endphase verteidigte die Arminia vielbeinig den Vorsprung. Vom kämpferischen Einsatz und der Einstellung her war es eine starke Vorstellung, auch wenn der Erfolg am seidenen Faden hing. „Die Mannschaft hat diese drei Punkte unbedingt haben wollen. Jeder wusste, um was es heute geht“, sagte Monetta.
Er wolle kurz vor dem Anpfiff noch mal über die Standards sprechen, informierte der 39-Jährige. Offenbar fielen seine Worte auf fruchtbaren Boden. Diefflen kam zwar zu zehn Eckbällen und etlichen Freistößen aus dem Halbfeld, aber gefährlich wurden die Saarländer ob der Kopfballstärke von Lukas Hartlieb, Fabian Herchenhan, Wal Fall und Kollegen nicht. Alle vier Möglichkeiten der Gäste entsprangen Aktionen aus dem Spiel heraus. Einmal klärte Daniel Fichtner kurz vor der Linie (13.), und ein Kopfball von Joker Enric Sabater Berzal nach einer Flanke von Justin Pfeffler klatschte ans Lattenkreuz (74.).
Sensationelle Rettungstat
Bei den anderen beiden Chancen rettete der erstmals eingesetzte Torwart Robin Schneider seinem Team den Sieg. Zunächst machte er sich gegen den frei vor ihm auftauchenden Tim-Frederik Lange breit und wehrte den Schrägschuss in höchster Not ab (38.). Und in der Nachspielzeit wurde er endgültig zum Helden, als einen eigentlich unhaltbaren Schuss von Pfeffler aus dem Winkel kratzte (90.+4). Eine sensationelle Rettungstat. „Da kann man nicht nachdenken, ich habe reflexartig reagiert“, verdeutlichte der 20 Jahre alte Schlussmann. Kollege Kevin Urban, der wegen eines gebrochenen kleinen Fingers nur auf der Bank Platz nahm, hatte bereits vor der Begegnung keine Bedenken: „Bei Robin bin ich ganz ruhig. Er macht das schon.“
Auch Monetta war voll des Lobes über den jungen Mitspieler: „Ein super Debüt für Robin. Er hatte einige gute Aktionen, hat Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt, war ein Rückhalt für das Team.“ Und mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Es ist wunderschön und ich bin glücklich, dass ich Andreas Brill die Mannschaft mit einem Sieg wieder übergeben kann.“