Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen entscheidet Pokalfight beim FSV Schifferstadt spät

Yassin Memokoh trifft zum 3:2 für die Arminia.
Yassin Memokoh trifft zum 3:2 für die Arminia.

Nur gut 70 Minuten durfte der FSV Schifferstadt auf eine Pokal-Überraschung hoffen. Dann drehte Arminia Ludwigshafen das Spiel zu einem schmeichelhaften Erfolg.

Rund 300 Zuschauer sahen auf der Schifferstadter Portheide ein gutes Pokalspiel, das viel über die Leistung der Gastgeber, aber noch mehr über die der zwei Klassen höher spielenden Arminia aussagt. Oberligareif war diese Vorstellung höchstens konditionell.

Die Gäste waren mit dem Pausenrückstand noch gut bedient, denn der Oberligist hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, war dabei aber einfallslos und ohne Tempo. Im gesamten ersten Durchgang verzeichnete Ludwigshafen lediglich zwei Torchancen durch Maximilian Krämer, der zweimal nach Ecke und Flanke (26./41.) freistehend vergab und generell keine glückliche Figur abgab.

Der Ausgleichstreffer durch Leon Zinnicke (37.) war eher ein Zufallsprodukt, nachdem Philip Krischa mit seinem Tempodribbling gescheitert war und der Abpraller aus gut 20 Metern Zinnicke vor die Füße fiel. „Wir haben das in der ersten Hälfte nicht gut gemacht. Uns haben Mentalität und Intensität gefehlt“, bilanzierte Arminia-Trainer Chris Chorrosch.

Sein Gegenüber Jan Dreese hatte hingegen überhaupt keinen Grund zur Unzufriedenheit mit seiner Mannschaft. „Wir waren super auf dieses Spiel eingestellt.“ Erwartungsgemäß überließen die Gastgeber dem Oberligisten das Mittelfeld, zogen sich weit in die eigene Hälfte zurück und stürmten nach Ballgewinnen mit viel Überzeugung nach vorne.

Einziges Manko war die Chancenverwertung. So hatte Georg Ester schon vor dem Führungstreffer gute Gelegenheiten, wurde aber dreimal von der Abwehr (6./11./15.) und einmal von Torhüter Peter Klug (4.) gestoppt.

Längst überfällig war also die hochverdiente Führung, als er nach perfekter Flanke von Kevin Weick aus drei Metern unbedrängt einköpfen konnte (16.). Doch auch der Ausgleichstreffer warf den FSV nicht aus der Bahn. Unmittelbar vor der Pause behauptete Ester gegen den ungeschickten Wal Fall den Ball, Diyar Yildiz zog über links davon und veredelte zur knappen Pausenführung.

Es hätte ein wahrer Festabend aus Sicht der Schifferstadter werden können, wenn Denis Seelinger oder Yildiz unmittelbar nach dem Seitenwechsel auf 3:1 erhöht hätten. So berappelte sich der Favorit, der nach dem Seitenwechsel in der Abwehr auf eine Dreierkette umgestellt hatte, doch noch – auch, weil Schifferstadt sichtbar die Kräfte ausgingen.

Trotzdem benötigte die Arminia zum Ausgleich ein gutes Stück Zufall. Steffen Straub setzte sich über links zwar schön durch, sein eigentlich harmloser Abschluss wurde jedoch von Dominik Steinel unhaltbar abgefälscht (72.).

Die darauffolgende Unordnung nutzten zunächst der eingewechselte Yassin Memokoh und erneut Straub (74./76.) zur Entscheidung. Da half auch das letzte Aufbäumen der Gastgeber nichts mehr. „Bis auf diese fünf Minuten war das eine absolute Topleistung von uns“, lobte Dreese, während Chorrosch erst einmal tief durchatmete: „Immerhin war das für uns der erste Pflichtspielsieg in dieser Saison.“

Lange kann Chorrosch sich nicht darüber freuen, denn bereits am Samstag geht es für die Arminia weiter. Dann steht in der Oberliga das Auswärtsspiel bei Hertha Wiesbach auf dem Programm. Spielbeginn ist um 15.30 Uhr. Nicht nur die Einstellung dafür muss sich gegenüber dem Pokalspiel deutlich verbessern.

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