Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen besiegt FG 08 Mutterstadt im Pokal

Adnan Rizvanovic (weiß) erzielt gegen den Mutterstadter Torwart Joshua Geist das Tor zum 1:0 für die Arminia.
Adnan Rizvanovic (weiß) erzielt gegen den Mutterstadter Torwart Joshua Geist das Tor zum 1:0 für die Arminia.

Arminia gewinnt Pokal-Hit bei der FG 08 Mutterstadt. Fair-Play-Preis für Ricardo Antonaci.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Fast hätte Landesligist FG 08 Mutterstadt die Floskel mit dem Coup im Cup gekrönt, doch Oberligist FC Arminia Ludwigshafen fand am Mittwochabend dank des jungen Mittelstürmers Adnan Rizvanovic die Gesetzeslücke. Er traf dreimal und schoss die Arminen im Achtelfinale des Fußball-Verbandspokals vor 500 Zuschauern zum 4:2 (1:1)-Sieg.

Arminia dominierte die Partie anfangs auf dem Kunstrasenplatz mit viel Ballbesitz ohne viele Chancen zu kreieren. Das Spiel über die schnellen Offensivverteidiger Nathaniel Esslinger und Jannik Dörr wurde zielorientiert eröffnet. Eine Maßflanke von Steffen Straub nutzte Rizvanovic in der 10. Minute aus dem Getümmel heraus aus kurzer Distanz zum 0:1, die Chance zum 0:2 gab Noah Maier wenig später vom Fuß.

„In den ersten 20, 25 Minuten war ein Klassenunterschied erkennbar, dann lassen wir uns auf das Spiel der Mutterstadter ein, die es gut machen, und lassen das Ganze verschwimmen“, analysierte FCA-Coach Chris Chorrosch nach dem spät eingetüteten Sieg. „Wir wussten, dass es gegen David Gerner eklig werden wird“, drückte Chorrosch seinen Respekt vor dem schnellen, gewitzten Torjäger der FG 08 aus, der in der 32. Minute bei der ersten Chance der Gastgeber nur das Außennetz traf, vier Minuten später einen Konter mit einem perfekten Chip-Ball über Torhüter Robin Schneider zum 1:1 abschloss.

Mutterstadt auf Augenhöhe

Der Landesligist war auf Augenhöhe, Tim Seelinger und Dennis Klein verteidigten konsequent. Es war ein offenes Match geworden, ein Kampfspiel mit hohem Einsatz. In der 68. Minute jubelte der Außenseiter, mit einem Aufsetzer aus gut 40 Metern überlistete David Gerner, das Schlitzohr, Robin Schneider im Tor der Arminen – 2:1. „Mit Glück und Auge …“, sagte Gerner am Ende lachend, der ein ganz starkes Spiel geliefert hatte.

„Es war wichtig, nach dem Geschenk von Robin schnell das 2:2 zu machen“, sagte Chorrosch beim Blick zurück. Zwei Minuten nach dem 1:2 egalisierte der starke Innenverteidiger Philip Krischa nach der dritten Antonaci-Ecke. Noch aber war alles drin in einem Pokal-Krimi, in dem David Gerner zum Krimi-Helden hätte werden können, wenn er nach einem perfekten Pass von Fabio Reithermann seine Doppelchance in der 76. Minute hätte nutzen können.

Rizvanovic bekommt Lust

Zehn Minuten vor dem Ende das 3:2 durch Adnan Rizvanovic. Er hätte sich nicht beschweren dürfen, hätte Schiedsrichter Steffen Rößler bei der Ballmitnahme an der Sechzehnmeterkante auf Handspiel entschieden. „Es war kein Handspiel, es war mehr die Schulter“, beteuerte der Vollblutstürmer, der das Spiel in der Nachspielzeit mit seinem dritten Treffer mit dem 4:2 entschied (45. +1). „Es ist eine große Erleichterung, nachdem ich in den letzten fünf, sechs Spielen nicht getroffen habe. Ich ruhe mich jetzt nicht darauf aus, will weiter Tore machen“, sagte Adnan Rizvanovic nach seinem Dreierpack. „Ich möchte das nicht überbewerten. Er hat drei Tore gemacht und ich hoffe, dass das hilft den Knoten zu lösen“, sagte Trainer Chorrosch: „Es war ein typisches Pokalspiel mit dem besseren Ende für uns.“

Kevin Selzer, normalerweise als Spielertrainer der FG eine Schlüsselfigur auf dem Platz, muss sich nach seinem vor drei Wochen erlittenen Handbruch mit der Rolle des Regisseurs am Spielfeldrand zufrieden geben. Erst in der Rückrunde ist sein Comeback zu erwarten. „Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Truppe, die es über ihren Willen geschafft hat, phasenweise mit einem Oberligisten mitzuhalten. Da war bis zu den beiden Zeitstrafen alles drin“, sagte Selzer: „Ich denke, dass wir uns heute Selbstvertrauen für den Liga-Alltag geholt haben.“

In der hektischen Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Rößler die Übersicht verloren, zückte nach Zeitstrafen gegen Vitorio-Antonio Parrotta und Gerner plötzlich Rot gegen Luca Stoye, weil er eine ordinäre Beleidigung vernommen haben wollte. Nach Intervention des überaus engagierten Arminia-Antreibers Ricardo Antonaci, der Stoye entlastete, nahm der Referee die Rote Karte zurück. Antonaci jedenfalls hat sich den Fair-Play-Preis verdient. „Bemerkenswert fair von Ricardo, es stand ja nur 3:2“, lobte Markus Impertro, der Sportliche Leiter der Arminia. Nun hoffen sie auf Losglück im Pokal.

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