FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia empfängt Waldalgesheim

Verletzungspech: Piero Adragna (am Ball).
Verletzungspech: Piero Adragna (am Ball).

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen nimmt am Samstag, 17.15 Uhr, den fünften Anlauf, endlich den ersten Sieg in der Abstiegsrunde einzufahren. Gegner Alemannia Waldalgesheim steht allerdings mit dem Rücken zu Wand. Der FCA kann auf einen Spieler zurückgreifen, der monatelang pausiert hat.

Piero Adragna, der im Mittelfeld zu Hause ist, stand in Eisbachtal erstmals seit dem 17. September, also seit mehr als einem halben Jahr wieder auf dem Platz. Sogar in der Startformation. „Das ist ein schönes Gefühl nach der langen Pause. Es waren drei Verletzungen, immer an derselben Stelle“, berichtet der defensive Mittelfeldspieler von Muskelfaserrissen an der Rückseite des Oberschenkels. Auslöser ist vermutlich der Rücken. Verletzungen, Blessuren und Ausfälle prägen seiner Zeit bei der Arminia. Stand er in seiner ersten Saison noch in 18 von 21 Partien auf dem Feld, so wurde es danach immer weniger.

Seit Beginn der Serie 2020/21 trug Adragna nur in 36 der 67 möglichen Oberligaspiele das Trikot der Rheingönheimer. „Jetzt fühle ich mich wieder gut, brauche aber noch Spielpraxis“, sagt der Mann mit der Rückennummer 7. So sieht es auch sein Trainer Andreas Brill. „Piero fehlen noch ein paar Prozentpunkte, für 90 Minuten reicht es noch nicht“, betont der Coach. Brill lobt die Top-Einstellung Adragnas, er agiere taktisch clever, habe eine hohe Wertschätzung bei allen im Club, ist erfahren und hilft uns weiter“, verdeutlicht Brill. Adragna ist ball- und passsicher, technisch beschlagen, hat ein gutes Auge und kann ein Spiel lesen. Es macht Spaß, seinen Aktionen zuzusehen.

Südwest-Talent

Piero Adragna, der mit fünf Jahren beim SV Südwest Ludwigshafen mit dem Fußball begann, galt in der Jugend als großes Talent. „Ich habe unter anderem beim SV Waldhof und dem 1. FC Kaiserslautern gespielt, später beim FSV Mainz 05 II in der Regionalliga“, berichtet er. „Klar, ging der Blick damals nach oben, jeder träumt von einer großen Karriere. Aber es gehört auch viel Glück dazu, es zu schaffen“, philosophiert Adragna. Über den VfR Mannheim kam der Immobilienkaufmann vor knapp vier Jahren nach Rheingönheim, wo es ihm prima gefällt.

Mit dem bisherigen Verlauf der Abstiegsrunde ist er nicht zufrieden. „In der Aufstiegsrunde hätten wir uns leichter getan, auch vom Kopf. Wir müssen annehmen, dass in dieser Klasse jeder gegen den Abstieg kämpft. Die robuste, kampfbetonte Art des Fußballs kommt uns als spielstarker Mannschaft zwar nicht entgegen, aber wir müssen es akzeptieren“, erklärt der 34-jährige Adragna. So sieht es auch Brill, der sich das spektakuläre 5:5 in Eisbachtal noch einmal angesehen hat und von zu einfachen Gegentoren spricht. „In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel aus dem Feuer gerissen. Das war wichtig fürs Selbstvertrauen“, betont der Coach.

Piero Adragna, dessen Vater aus Sizilien stammt, während die Mutter aus dem südhessischen Gernsheim kommt, wohnt mit Ehefrau Janin, der sechsjährigen Tochter Giulia und dem 15 Monate alten Söhnchen Luca in Rheingönheim nur einen Steinwurf weit von der Bezirkssportanlage entfernt. Er hat noch ein Jahr Vertrag, will sich aber keinen Druck machen. Er werde mit Sportchef Markus Impertro alles besprechen. „Zwei kleine Kinder bedeuten einen erhöhten Aufwand. Ich fühle mich wohl beim FCA, aber irgendwann gehe ich vielleicht zu einem Verein, wo der Trainingsaufwand geringer ist. Wenn Adragna jetzt in Form kommt, kann sich der Zeitpunkt durchaus hinausschieben.

Zu Alemannia Waldalgesheim hat die Arminia eine besondere Verbindung. Die Alemannen waren am 5. August 2011 beim 1:1 der erste Oberliga-Gegner in der Geschichte des FCA. Bei Waldalgesheim stand ein Spieler auf dem Platz, der eine lebende Alemannia-Legende ist. Marcel Fennel, Innenverteidiger, der immer mit der Nummer 6 auflief, spielte 14 Jahre für die Grün-Weißen. Jetzt ist er Trainer seines Klubs. „Er spielte mit mir zusammen in der Jugend des FSV Mainz 05. Wir haben immer noch regen Kontakt“, informiert Brill.

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