Ludwigshafen Archivar mit Leib und Seele

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Böhl-Iggelheim. Reiner Flörsch aus Böhl-Iggelheim ist mit der zum zweiten Mal verliehenen Christian-Löffler-Urkunde, einer der höchsten Auszeichnungen des Sportbunds Pfalz, ausgezeichnet worden. Das gerahmte Dokument bekam ein Mann, dessen Hobby die deutsche Sportgeschichte ist. Die Sportgeschichte hat ihm nun ein „Highlight“ eingebracht.

Reiner Flörsch erhielt die Auszeichnung bei der Vorstellung seines Buches „Ausgerechnet ich! Der Ruderer Hans Gelbert aus Ludwigshafen und die Olympischen Spiele 1932“. In der Ludwigshafener Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz ist eine Sonderausstellung zu diesem Sportler und dem Werk zu sehen. Der in Böhl-Iggelheim wohnende Ludwigshafener Flörsch (68) stellte die faszinierende, 110 Seiten große Dokumentation über den Los-Angeles-Aufenthalt Gelberts und die damals noch mehrtägige An- und Abreise zusammen mit Kai-Asmus Kaufmann vom Sportbund Pfalz zusammen. Dem langjährigen Archivar des Ludwigshafener Rudervereins von 1878 war es offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Der frühere Unternehmer und diplomierte Biotechnologe Flörsch, in der Vorstandschaft seines Vereins für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, nutzte seine Bekanntschaft mit dem Rudersportler und selbstständigen Architekten Hans Gelbert (1905 bis 1988) und seine Beziehungen zu dessen Söhnen Kurt und Hans Gelbert jr. zu einer außergewöhnlichen „Erbverwaltung“. Und trug bei seiner Ehrung aus dem Stegreif mit zusätzlichen Anekdoten zu Gelberts Olympia bei. Dabei kam heraus, dass der Ludwigshafener, befreundet mit dem Schifferstadter Olympiaringer Georg Gehring, in Los Angeles eine gerade zwei Jahre alte Grace kennengelernt habe. Das war die Tochter des dreimaligen US-Ruderolympiasiegers John Brendan Kelly. Aus ihr wurde die Filmschauspielerin Grace Kelly und die spätere Fürstin Gracia Patricia von Monaco. Für seinen Ludwigshafener RV ist Reiner Flörsch seit 2008 auch als Archivar tätig – und zwar mit Leib und Seele. Mit großer Sachkenntnis beförderte er Dokumente, Vereinszeitungen, Pokale und andere Trophäen des LRV aus dem Bootshaus-Keller ans Tageslicht. Er legte zudem ein Archiv für das Vereinsgeschehen an und präsentierte im Sitzungszimmer des Vereins einige Prachtexponate stimmungsvoll als Dauerausstellung. „Inzwischen mache ich langsamer“, versicherte der jung gebliebene Ex-Ruderer. Vermutlich meint Reiner Flörsch damit aber nicht das Archivieren. Sondern seine rudersportlichen Aktivitäten („Ab und zu noch e bissel“). Dass er auch Tennis und Golf spielt, erwähnt er nebenher.

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