Ludwigshafen „Arbeit im Wasser sehr wichtig“
Nach fast zweijähriger Sanierung ist das Schwimmbad der Mosaikschule wieder in Betrieb gegangen. Ziel der besonderen Einrichtung in Oggersheim ist die Förderung von schwer körperlich und geistig behinderten Kindern, ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der motorischen Entwicklung.
Die durch Baumängel notwendig gewordene Sanierung wurde zur anspruchsvollen Aufgabe, am Ende war eine Rundumerneuerung der Technik fällig. Die veranschlagten Kosten verdoppelten sich so auf 311.000 Euro. Beim gestrigen Rundgang präsentierte sich der Betrieb in dem kleinen Hallenbad so, als ob es nie anders gewesen wäre. Im Becken tummelten sich einige Kinder der Mosaikschule und fühlten sich sichtlich wohl im nassen Element. Im Wasser geübte Kinder planschten alleine, stark beeinträchtige Mädchen und Jungen wurden sehr eng von ihren Betreuern begleitet. „Es ist sehr wichtig, im warmen Wasser mit den Kindern zu arbeiten. Durch die große Wärme und die Leichtigkeit können sie besser entspannen und sich bewegen“, erläuterte Physiotherapeut Peter Schwickerath, der sich mit seinen Schützlingen gerade im Becken aufhielt. Das Wasser wird auf eine Temperatur von 33 Grad aufgeheizt, die Lufttemperatur in der Halle liegt kaum darunter. Der Physiotherapeut hatte am Freitag eine sechste Klasse mit fünf lernbehinderten Schülern dabei. „Je schwerer die Behinderungen, desto kleiner die Klassen“, erläuterte er die Regel. „Dieses Schwimmbad ist meines Wissens das einzige in der Region, das ständig über solch warmes Wasser verfügt. Die Kinder mussten lange darauf warten, nun freuen wir uns, dass es endlich wieder in Betrieb ist“, sagte Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) als Vorsitzende des Zweckverbands und dankte beim Rundgang allen Beteiligten an der Sanierung und den Kostenträgern. Das ist der Zweckverband, dem die Städte Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal, Worms sowie der Rhein-Pfalz-Kreis, der Kreis Bad Dürkheim und der südliche Teil des Landkreises Alzey-Worms angehören. Schon seit geraumer Zeit laufen an der Mosaikschule und dem benachbarten Kinderzentrum mit Frühförderung in Oggersheim umfangreiche Sanierungsarbeiten aufgrund neuer Brandschutzbestimmungen. Die Sanierung des 1982 gebauten Schwimmbads kam unvorhergesehen hinzu, nachdem in den Sommerferien 2016 nach dem üblichen Ablassen des Wassers plötzlich die Fliesen vom Beckenrand abfielen. Der Fliesenschaden weitete sich aus, dazu kam ein technischer Defekt des Hubbodens, mit dem die Wassertiefe je nach Größe der Kinder eingestellt werden kann. Wie sich zeigte, war auch eine Erneuerung der Chemieanlage fällig. Die Vergabe der Fliesenarbeiten habe sich zum „mittleren Drama“ entwickelt, erinnerte Steeg daran, dass sich auf die Ausschreibung keine Firma für den Auftrag meldete. Schließlich wurde eine Fachfirma gefunden, allerdings stiegen die auf 60.000 Euro geschätzten Kosten für die Fliesen fast auf das Dreifache. Als es nach Ende aller Arbeiten im Februar wieder um das Befüllen des Beckens ging, versagten nach dem langen Trockenstand auch noch die großen Pumpen den Dienst und mussten erneuert werden. Die Gesamtkosten stiegen auf 311.000 Euro. „Wir hoffen, dass das sanierte Schwimmbad nun wieder so lange hält wie das vorige“, meinte Steeg. „Rund 170 unserer Schüler können das Bad nun wieder mindestens einmal die Woche nutzen“, freute sich Sabine Emunds, stellvertretende Schulleiterin, über die zurückgewonnenen Möglichkeiten.