Gewichtheben RHEINPFALZ Plus Artikel Amelie Breuer hebt auf die nächste Ebene ab

Amelie Breuer überzeugte mit persönlichen Bestleistungen.
Amelie Breuer überzeugte mit persönlichen Bestleistungen.

Die Bundesliga-Gewichtheber des AC Mutterstadt bereiten beim sicheren Sieg gegen Heinsheim wieder Spaß. Auch dank der jungen Amelie Breuer.

Den rundum gelungenen Gewichtheber-Abend mit einem 761:593 (3:0) Erfolg über den TSV Heinsheim wird Amelie Breuer noch länger in Erinnerung behalten. Die 17-jährige Heberin des AC 1892 Mutterstadt begeisterte mit persönlichen Bestleistungen. Insgesamt hinterließ die AC-Staffel nach zwei Niederlagen in Folge mit insgesamt nur drei Fehlversuchen wieder einen starken Eindruck.

Die mit ihrem Vater Sven aus dem Westerwald angereiste Breuer hatte im Vorfeld keine Bestleistungen geplant. „Beim Warm-up ist es für mich schon richtig gut gelaufen. Da haben wir entschieden, mit der Leistung hochzugehen. Diese Entscheidung war genau richtig. Ich bin sehr glücklich darüber“, sagte Breuer strahlend. Die Jugend-EM-Dritte brachte bei nur 48 Kilogramm Körpergewicht 60 Kilogramm im Reißen und 78 Kilogramm im Stoßen zur Hochstrecke.

Papa lobt die Rahmenbedingungen

„Die Rahmenbedingungen mit Mannschaft und Verein stimmen hier in Mutterstadt. Das wirkt sich auch positiv auf die Leistung von Amelie aus. Wir sind erst am Jahresanfang. Ich glaube, dass wir noch einige Steigerungen erleben werden“, sagte der stolze Papa, der seine Tochter bei Wettkämpfen in Abstimmung mit Bundestrainer und Heimtrainer betreut.

Am Sonntag reiste die 17-Jährige schon wieder mit dem Zug nach Berlin, wo sie momentan in der Sportschule lebt, trainiert und eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau absolviert. Das nächste sportliche Ziel ist schon fest definiert. „Ich bin jetzt von der Jugend zu den Junioren aufgestiegen. Da ist die Teilnahme an der Junioren EM in Albanien mein nächstes, große Ziel. Solche Leistungen in der Bundesliga mit dem AC beflügeln mich zusätzlich“, verriet Amelie Breuer.

Jamali liebt den Mannschaftsgeist

Ein dickes Lob erhielt die „Heberin des Abends“ von ihrer Mannschaftskollegin Yekta Jamali. Bei ihrem Heimdebüt in dieser Saison überzeugte die vor knapp drei Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflüchtete Yekta Jamali selbst mit 225 Kilogramm im Zweikampf (138 Kilopunkte Kp). „Nach der Weltmeisterschaft habe ich mich wieder auf die Bundesliga mit Mutterstadt gefreut. Diesmal hat es Amelie richtig gut gemacht. Wir sind ein besonderes Team mit vielen jungen Talenten. Ich bin hier gut aufgehoben“, schätzt die 20-jährige Jamali den Mutterstadter Teamspirit.

Die Olympianeunte hofft nach drei Jahren auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Das wäre im Sinne der Mutterstadter Verantwortlichen, die die zweite Ausländerposition dann mit relativ stärkeren Athleten besetzen könnten. In den Planungen von Bundestrainer Almir Velagic spielt die hochtalentierte Jamali schon jetzt eine große Rolle.

Chancen auf Finaleinzug gering

In der 21-jährigen Sara Bechter (107 Kp) und Routinier Nina Schroth (120 Kp) standen gegen chancenlose Heinsheimer am Samstagabend noch zwei weitere Damen auf der Hebebühne. Die Herrenfraktion bildeten der gesundheitlich angeschlagene Kapitän Max Lang (129 Kp) und der relativstärkste Heber Piotr Kudlaszyk (160 Kp).

Wieder Spaß an seiner Mannschaft nach zuletzt nur durchwachsenen Leistung empfand Hallensprecher und Sportchef Stefan Mohr. „Die Mannschaft hat Charakter und Reaktion gezeigt nach den Auftritten gegen Speyer und Grünstadt. Wenig Fehlversuche, Bestleistungen von Amelie, und auch unser Piotr Kudlaszyk hat die Erwartungen erfüllt. Ich bin absolut zufrieden“, lobte Mohr.

An diese Leistungen wollen Amelie Breuer und Co. in den restlichen Wettkämpfen in Samswegen (8. März) und zu Hause gegen Durlach (22. März) anknüpfen. Die noch theoretische Chance auf den Finaleinzug ist als Tabellenfünfter (10:8) eher gering. Die Konkurrenten SSV Samswegen (12:6), Germania Obrigheim (12:6) und AC Chemnitz (15:6) haben die eindeutig besseren Karten.

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