Ludwigshafen Amöben, Bakterien und Pantoffeltierchen
«Waldsee.» Was sich beispielsweise so alles in einem Wassertropfen tummelt, können Interessierte im Kurs „Mikroskopieren für Naturinteressierte“ der Kreisvolkshochschule (KVHS) erfahren. Dieser findet am Samstag, 27. Oktober, 10 bis 16 Uhr, in Waldsee statt.
Ein Wassertropfen aus einem Gartenteich kann unglaublich spannend sein. Winzige Pantoffeltierchen flitzen darin herum, Algen, Bakterien und Amöben in allen möglichen Formen findet man da, oder auch lustige kleine Wimperntierchen. Nur mit dem bloßen Auge betrachtet bleibt diese winzige Welt allerdings verborgen. Man braucht schon ein Mikroskop, um das Leben im Wassertropfen beobachten zu können. Brigitte Seybold, die den Kurs leitet, ist promovierte Biologin und Lehrerin für Biologie und Mathematik. Als Teilnehmerin eines ganz anderen Kurses hat sie zufällig die Mikroskope im Schrank der Jugendkunstschule in Waldsee entdeckt. Die stammen noch aus den Beständen der ehemaligen Waldseer Hauptschule. „Sie sind viel zu schade, um einfach herumzustehen“, findet Seybold und möchte daher Kindern ab der dritten Klasse, Jugendlichen und Erwachsenen die winzigen Schönheiten der Natur näherbringen. „Ein Mikroskop bietet Einblicke in Bereiche, die man sonst nicht sieht“, sagt sie. Bis zu 450-fach können die Mikroskope vergrößern, und dadurch betrachtet sieht alles ganz anders aus. Da wird ein Salz-Kristall zum Formen-Wunder. Anfänger und Fortgeschrittene sind gleichermaßen willkommen. Fortgeschrittene dürfen einfach loslegen, Anfängern erklärt die Dozentin zunächst den Umgang mit Mikroskopen – und wie Präparate vorbereitet werden. Denn alles was man durch das Mikroskop betrachtet, muss durchsichtig sein. Bei einem dünnen Häutchen, das von einer Pflanze oder einer Zwiebel abgezogen wird, klappt das so, von anderen Objekten können hauchdünne Scheibchen abgeschnitten werden. Das zeigt Seybold ebenso wie Möglichkeiten, Präparate zu färben. Denn vieles ist ungefärbt ziemlich blass. Doch es gibt Techniken, um auch das sichtbar zu machen. Spannend ist es allemal, etwa Zellen und Zellkerne anzusehen. „Das geht bei Zwiebeln, man kann aber auch seine eigenen Zellen aus der Mundschleimhaut unter dem Mikroskop betrachten“, sagt Seybold. Nicht zuletzt will sie auch zeigen, wie man mit dem Smartphone durch das Okular des Mikroskops fotografieren kann. Zum Kurs bringt sie vieles mit, was unter dem Mikroskop betrachtet werden kann. Sie ermutigt die Teilnehmer aber auch, selbst Dinge aus der Natur mitzubringen. Termin Kurs „Mikroskopieren für Naturinteressierte“ mit Brigitte Seybold am Samstag, 27. Oktober, 10 bis 16 Uhr. Kursgebühr: 19 Euro (ab acht Teilnehmer), 25 Euro (sechs bis sieben Teilnehmer). Anmeldung im Rathaus Waldsee bei Brigitte Domke, Telefon 06236/4182-103, E-Mail: brigitte.domke@vg-rheinauen.de.