Ludwigshafen „Alles wird mal fertig“
Manfred Hatzenbühler kommt hierher „auch, wenn’s regnet“. Das ist gut, denn geregnet hatte es an diesem Morgen ordentlich. Und weil sich immer noch trübe Wolken am Himmel herumdrücken, ist der 69-Jährige um die Mittagszeit einer der wenigen Badegäste im Freibad am Willersinnweiher. Und das, obwohl heute offizieller Wieder-Eröffnungs-Tag ist, außerdem Tag der offenen Tür. „Das ist gut gelungen, vor allem die neuen sanitären Anlagen“, sagt der 69-Jährige aus Friesenheim über das sanierte Bad, während er sich auf den Nachhauseweg macht. Die vielen Ehrengäste sind da gerade erst gekommen. Ins Wasser wollen sie heute nicht, sondern sich darüber freuen, dass nach dreieinhalb Jahren und drei Bauabschnitten (siehe „Zur Sache“) nun alles schön und fertig ist. Die Sanierung des Willersinn-Freibads für rund 9,9 Millionen Euro ist abgeschlossen. Als Ergebnis des letzten Bauabschnitts präsentiert sich der Umkleidebereich in leuchtendem Blau und Weiß. Wo es im vergangenen Jahr noch trostlos und alt aussah, stehen neue Spinde, glänzen neue Fliesen im Obergeschoss. Das Besuchergebäude hat einen neuen Blitzableiter erhalten, Leitungen wurden ausgetauscht, Lampen und Steckdosen ersetzt. Die Heizungsanlage, Türen und Fenster sind saniert. Auch für die Sanitärbereiche gab es neue Fliesen. „Es ist ein so freudiges Ereignis“ und „Wir haben es uns so lange gewünscht“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU). Dann zählt sie noch einmal auf, was sich seit 2013 alles getan hat. Sie nennt das Schwimmerbecken mit 50-Meter-Bahnen und dem „Gefühl, man schwimmt in den Willersinnweiher“. Dann die nun ganz neuen Sanitäranlagen und Umkleidekabinen: „Das musste einfach gemacht werden.“ Oppaus Ortsvorsteher Udo Scheuermann (SPD) sagt hingegen recht treffend: „Irgendwann wird alles mal fertig.“ „Ein Bad für die ganze Stadt“, nennt es Sportdezernent Wolfgang van Vliet (SPD). Die Sanierung bezeichnet er als „einen harten Kampf“ und kann sich einen Seitenhieb Richtung Handwerker nicht verkneifen, die sich teilweise wohl viel Zeit gelassen haben. Seit 14. Juni können die Ludwigshafener wieder baden, schwimmen, rutschen und planschen. Einen Tag vor Fronleichnam wurde die Saison 2017 eröffnet. Das war einige Wochen später als geplant. Der kalte Winter habe für Verzögerungen gesorgt, sagt Wolfgang Köllner, Abteilungsleiter Bäder. Allerletztes ist auch jetzt noch zu tun. An den Duschen gibt es provisorische Türen, die aber in den nächsten Tagen ausgetauscht werden, wie Köllner ergänzt. Die Besucher stört das nicht. Ein kleiner Junge mit Taucherbrille paddelt mit schnellem Beinschlag durchs Becken. Er hat hier viel Platz. Ein einzelner Rentner steigt die Stufen zur Rutsche hoch. Erst gegen Nachmittag füllen sich die Becken. Wegen des Tags der offenen Tür ist der Eintritt frei. Für die Dauergäste ändert das nichts, weil sie ohnehin Vierteljahres- oder Saisonkarten besitzen. „Sehr oft“ komme sie hierher, sagt Ingrid Dehnel aus Friesenheim. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis“ stimme. 3,80 Euro kostet die Einzelkarte für einen Erwachsenen. Auf dem Weg Richtung 50-Meter-Bahn sagt die 76-Jährige noch, dass sie „zufrieden“ sei mit dem Ergebnis der Sanierung. So wie auch Renate Weis. „Ich schwimme meine Stunde und gehe dann“, erklärt sie ihren täglichen Ablauf. Sie sei früher schon mit ihren kleinen Kindern ins Willersinn-Freibad gekommen, berichtet die heute 63-Jährige aus Oppau. Manche würden bemängeln, das Schwimmerbecken sei zu warm, sagt Weis. Und: „Die Cafeteria könnte ein bisschen schöner sein“, regt sie dann noch an. Doch sobald wird sich hier wohl nichts mehr ändern. Jetzt, wo alle froh sind, dass endlich alles fertig ist.