Handball
Alles Kopfsache
„Gegen Ende des Spiels habe ich gemerkt, dass meine Pumpe ordentlich geht“, erzählt Maximilian Haider im Rückblick auf die 22:26-Niederlage am Dienstag in Bietigheim, die neunte der Eulen in dieser Zweitliga-Saison. Kein Wunder: Der 25-Jährige hatte wegen einer Corona-Infektion seit dem Heimsieg gegen Tusem Essen pausieren müssen. Und doch musste der Kreisläufer nach der Roten Karte gegen Mitspieler Christian Klimek (40. Spielminute) in Abwehr und Angriff voll ran.
„Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert“, sagt Haider zu seiner Genesungszeit. Vor allem, weil der Geboosterte gar keine heftigen Symptome hatte. „Ich hab’ individuell trainieren können, hatte aber vor dem Spiel in Bietigheim nur zweimal mit der Mannschaft trainiert“, berichtet er. Wenig Vorbereitungszeit also: „Es war sehr schwierig, wieder reinzukommen“, gibt der Vizekapitän zu. Der Körper habe sich danach aber gut erholt. „Besser als der Kopf“, sagt er.
Und nimmt damit vor allem Bezug auf die schwache Leistung in der ersten Halbzeit in Bietigheim. Was da schief gelaufen ist? „Wenn ich auf jeden einzelnen Punkt ausführlich eingehe, könnten wir Stunden reden. Es war ein Cocktail aus Dingen, die nicht gut gelaufen sind“, stellt er fest: „Wir haben uns in der Halbzeit aber hinterfragt und wollten eine Reaktion zeigen.“ Die kam dann auch, die Eulen hätten das Spiel fast noch gekippt, „da haben wir wieder unsere eigentliche Charakterstärke gezeigt“, so Haider.
Haider arbeitet nun für IT-Unternehmen
In der Hinrunde hätten die Eulen etliche knappe Spiele gewonnen, in der Rückrunde verliere das Team enge Spiele. „Wir haben derzeit nicht die nötige Sicherheit, um zum Beispiel die richtigen Pässe mit der richtigen Geschwindigkeit zu spielen. Sicherheit ist das ganz große Thema. Die und auch das Glück wie in der Hinrunde müssen wir uns im Training erarbeiten. Das ist ein hartes Stück Arbeit“, weiß er.
Die lernt er gerade auch aus einem anderen Blickwinkel kennen. Seit April ist Haider, der einen Master in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche hat, im Vertrieb des Eulen-Sponsors Vorax, einem IT-Unternehmen, in Heddesheim tätig. 15 Stunden an zwei Tagen pro Woche. „Ich bin ja immer jemand gewesen, der neben dem Handball noch was anderes für den Kopf braucht“, unterstreicht er. Der Handball habe aber Priorität; er versucht, weiter alle Trainingseinheiten mitzunehmen. Seinen Abschluss als Ernährungsberater will er auch noch unbedingt machen, die Prüfung musste er mehrfach verschieben.
Im Hinspiel gegen den HC Elbflorenz (32:32) Mitte November hatte er wegen einer Operation an den Weisheitszähnen gefehlt. „Wir müssen in Dresden vor allem die Abwehr stabilisieren. Da ist die Achterbahnfahrt zwischen vielen und wenig Gegentoren zurzeit einfach zu groß“, sagt er. Dafür wollen Kapitän Gunnar Dietrich und er mit ihren Ansprachen vorm Spiel am Sonntag, 17 Uhr, auf jeden Fall sorgen.