Ludwigshafen Alles eine Kopfsache
«Fussgönheim.» Vieles im Fußball spielt sich im Kopf ab. Dies wurde beim Verbandsliga-Derby zwischen dem ASV Fußgönheim und dem Ludwigshafener SC deutlich (4:1). Im Abstiegskampf verkrampften die Gastgeber 30 Minuten lang. Die individuelle Klasse reichte aber aus, um letztlich problemlos zu siegen.
Beide Trainer hatten ihre zuletzt siegreichen Mannschaften nur auf einer Position geändert. Klar wurde aber, dass sich eine Leistung, wie sie der ASV Fußgönheim gegen Spitzenreiter Arminia Ludwigshafen eine Woche zuvor gebracht hat, nicht beliebig wiederholen lässt. „Das geht nicht, weil sich die Spielweisen von Arminia und LSC gravierend unterscheiden. Die Arminia legt Wert auf viel Ballbesitz, der LSC operiert oft mit lang geschlagenen Bällen“, erklärte ASV-Trainer Jan Kamuf. Aus diesem Grund gelang es Fußgönheim nur ganz selten, konsequent und früh den Aufbau der Gäste zu stören. Vor allem in den ersten 30 Minuten war das Spiel der Gastgeber fehlerhaft. Und weil der vorletzte und letzte Pass zu selten ankamen, gab es auch kaum Chancen. „Das war nicht unser bestes Spiel, weil wir immer aufpassen mussten, nicht ausgekontert zu werden“, sagte Kamuf. Chancen hatten zunächst nur die Gäste durch die Brüder Julien und Prince Jubin. „Gegen die Arminia war jeder top motiviert, gegen den LSC sind wir erst nach einer langen Anlaufzeit ins Rollen gekommen“, verdeutlichte ASV-Mittelfeldspieler Fisnik Myftari. Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurden die Gastgeber gefährlicher. Nach einem Pfostenschuss von Ronald Kesselring gelang Talha Demirhan das 1:0 (39.). „Die ersten 45 Minuten waren okay, besonders, wenn man bedenkt, dass einige Spieler unter der Woche krank waren und andere Rückstände aufholen müssen“, sagt LSC-Coach Michael Drese. Nach Wiederbeginn ging bei den Gästen die Konzentration und damit die defensive Stabilität verloren. Dem LSC unterliefen Patzer, die zu den Treffern von Kai Gutermann (51.) und Ronald Kesselring (72.) führten, die Myftari beide vorbereitete. „Ich glaube, da habe ich dem Spiel meinen Stempel aufdrücken können“, findet der 30 Jahre alte Myftari. Kamuf lässt ihn im Moment offensiver spielen, damit er nach auskuriertem Kreuzbandriss und langer Pause nicht zu viele Zweikämpfe bestreiten muss. „Diese Rolle kommt mir entgegen“, räumt der Mittelfeldspieler ein. Zwischen den beiden Toren lag der Anschlusstreffer des LSC durch Robert Moldoveanu (60.). Ausschlaggebend dafür war die Einwechslung von Giacomo Termine, der frischen Wind brachte und am Tor beteiligt war. „Wir hätten in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen und haben nach dem Rückstand das Spiel aus der Hand gegeben“, sagte das Eigengewächs. Zu den Aussetzern der Gäste bei den Toren zwei und drei gesellte sich eine erschreckende Passivität bei Niclas Lochs Kopfballtor zum 4:1. „In der zweiten Hälfte war das zu wenig. Wir haben uns für den Weg mit jungen Spielern entschieden, dann müssen wir ihnen auch Fehler zugestehen“, betont Drese. ASV-Torhüter Kevin Knödler fasste die Erkenntnis aus Fußgönheimer Sicht in einem Satz zusammen. „Das Wichtigste waren die drei Punkte.“ So spielten sie ASV Fußgönheim: Knödler – Esslinger, Brenner, Matios, Loch – Hoti, Bischoff (66. Euler) – Kesselring, Myftari, Demirhan (46. Vuksanovic) – Kai Gutermann (74. Marino) Ludwigshafener SC: Mohr – Yildirim, Denis Jolic (59. Termine), Aydin, Terzi – Taher, Rehhäußer – Prince Jubin, Drese (83. Lorenz), Julien Jubin – Moldoveanu.