Ludwigshafen Alle 45 Sekunden fährt die Metro
Ich war ja auf meiner Weltreise schon in vielen großen Städten, in New York, in Vancouver und Berlin. Doch keine dieser Städte ist so groß wie Moskau. Über zwölf Millionen Menschen leben hier – das sind mehr als 70 Mal so viele wie in Ludwigshafen.
Drei Stunden hat das Flugzeug für die 2400 Kilometer von Frankfurt bis nach Moskau gebraucht. Schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt habe ich gesehen, wie gigantisch groß Moskau ist. Das Moskauer Stadtgebiet nimmt eine Fläche von rund 40 auf 50 Kilometer ein. Das ist in etwa die Fläche zwischen Speyer und Worms und Bad Dürkheim und Heidelberg. Du musst dir vorstellen, dass dieses Gebiet eine einzige Stadt ist, in der ganz viele Häuser ganz eng beieinander stehen. Viele davon sind Hochhäuser. Weil diese vielen Menschen natürlich auch zur Arbeit und zur Schule müssen, gibt es in Moskau eine Metro. Die ersten Stationen wurden bereits 1935 eröffnet. Es gibt über 200 Stationen und die Züge fahren nicht wie in Ludwigshafen die S-Bahnen, Straßenbahnen oder Busse drei oder vier Mal die Stunde, sondern in der Rushhour – das ist die Zeit, in der am meisten los ist – alle 45 Sekunden. Mit bis zu 80 Stundenkilometern düsen sie durch die Tunnel. Um zur Metrostation zu kommen, musste ich lange Rolltreppe fahren, denn die Stationen liegen sehr tief unter der Erde. Zuerst habe ich mich gar nicht getraut, auf die Rolltreppe zu hüpfen, denn die fährt ganz schön schnell. „Einen Meter in der Sekunde“ hat mir unsere Reiseleiterin Larissa erklärt. Jede Station ist anders gestaltet. Manche sehen wie Kirchen aus, in anderen sind Skulpturen oder Mosaike von Soldaten oder Arbeitern dargestellt. Man nennt die Stationen auch „Paläste fürs Volk“. In der Stadt angekommen habe ich dann den Kreml besichtigt. Kreml heißt Burg. Eine hohe Mauer umgibt das Areal, in dem der russische Präsident Wladimir Putin regiert. Sicher hast du davon schon Bilder in den Fernsehnachrichten gesehen. Im Kreml ist die Rüstkammer, in der ganz viele Schätze der Zaren zu sehen sind. Die Zaren waren bis 1917 die Kaiser von Russland. Neben dem Kreml liegt der Rote Platz mit der Basilius-Kathedrale. Die hat ganz viele bunte Kuppeln und sieht sehr lustig aus. Gleich neben dem Roten Platz ist das Gum. Das ist ein altes Kaufhaus, das schön renoviert wurde. In der Mitte sprudelt ein Springbrunnen. Und das Beste: Dort gibt es das leckerste Eis von ganz Moskau. Das wissen natürlich alle Leute, so dass man Schlange stehen muss. Aber das Warten lohnt sich. Dann wollte ich mir noch die Christi-Erlöser-Kathedrale anschauen. Das ist die größte Kirche von Moskau. Das ging leider nicht, weil dort gerade die Reliquien des Heiligen Nikolaus ausgestellt wurden. Die Menschen standen bis zu 16 Stunden in der Schlange, um die Reliquien, also die Gebeine des Heiligen, zu verehren und vor ihnen zu beten. Dafür durfte ich auf die Aussichtsplattform klettern. Was für ein toller Blick! Von dort oben habe ich erst einmal gesehen, wie viele Kirchen es in Moskau gibt. Nach so viel Gold und Prunk brauchte ich dann dringend etwas Natur. Ich bin daher nach Kolomenskoje gefahren – natürlich wieder mit der Metro. Das ist eine alte Sommerresidenz der Zaren am Ufer des Flusses Moskva. Dort gibt es viel Grün und Holzhäuser. Ein richtiges Biberparadies also. Leider war dann mein Besuch in der russischen Hauptstadt schon vorbei. Wie schade, denn es gibt noch viel mehr anzuschauen.