Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Alexander Falk – Das Gesicht der Eulen Ludwigshafen

Hier trifft Alexander Falk noch gegen den EHV Aue. Kurz vor Spielende vergab er die Chance zum 24:24.
Hier trifft Alexander Falk noch gegen den EHV Aue. Kurz vor Spielende vergab er die Chance zum 24:24.

Alexander Falk bleibt für zwei weitere Jahre beim Zweitligisten Eulen Ludwigshafen. Der Rechtsaußen folgt seinem Herzen. Denn er hatte auch lukrative Angebote. Warum Falk bei den Eulen bleibt – und was Edigheim damit zu tun hat.

Das Herz gab den Ausschlag. Alexander Falk hat seinen Vertrag bis 2024 bei den Eulen Ludwigshafen verlängert. Das war nicht unbedingt selbstverständlich. Denn der 24 Jahre alte Rechtsaußen hätte auch den attraktiven Lockrufen anderer Vereine folgen können. Doch Falk bleibt. Es ist auch ein Signal an die Mitspieler. In den kommenden Wochen werden die Eulen die Vertragsverlängerung weiterer Akteure bekanntgeben – Falk als Inspirator. „Ich komme von hier, ich bin von hier. Ich spiele seit den Minis bei den Eulen. Der Verein ist mir ans Herz gewachsen – das Umfeld, die Fans“, sagt Falk.

Die Unterschrift unter das neue Arbeitspapier sorgt auch für Erleichterung im Umfeld. „Dass Alex bleibt, ist eine ganz wichtige Entscheidung, vielleicht sogar die wichtigste, weil Alex sowohl sportlich als auch menschlich in den letzten Jahren für eine permanente Weiterentwicklung steht“, sagt Lisa Heßler, die Geschäftsführerin der Eulen.

Vom Wischer zum Profi

Alexander Falk ist das Gesicht des Vereins. Seit seinem vierten Lebensjahr spielt er für Ludwigshafen. In seiner Kindheit war er sogar mal Wischer bei einem Spiel der Profis. Da huschte Falk immer auf das Spielfeld, um den Schweiß aufzuwischen. Mit 17 gab Falk sein Debüt im Profiteam. Seine Entwicklung war rasant – manchmal zu schnell. „Ein Spieler muss nicht immer spielen, um weiterzukommen“, sagte damals Ex-Eulen-Trainer Ben Matschke, „er muss auch mal geerdet werden, sich Gedanken machen, warum er nicht spielt.“ Diese psychologischen Kniffe hat Falk kapiert. Er hat daraus gelernt – und sich zu einem Stammspieler empor gearbeitet. „Er ist sowohl im Angriff wie in der Abwehr eine ganz stabile Säule“, sagt Heßler. Falk genieße „hohe Wertschätzung“ im Team, im Verein, bei den Fans, im gesamten Umfeld, beteuert Heßler. „Natürlich wissen wir, dass Alex für ganz viel Herzblut und absolute Identifikation für die Eulen steht. Und doch wird Loyalität und Vereinstreue leider immer seltener, weswegen Alex positive Entscheidung sportlich und charakterlich maximal anzuerkennen ist“, betont Heßler: „Wir wissen, was wir an Alex haben und er weiß, was er an uns hat. Ich freue mich, dass die Erfolgsgeschichte weiter geht.“

Für Falk soll die Erfolgsgeschichte mit der Rückkehr in die Bundesliga gipfeln. „Klar ist, dass ich mit den Eulen, möglichst bald, wieder aufsteigen und Bundesliga spielen möchte“, betont der Rechtsaußen. Dort hat er gezeigt, dass er mithalten kann. „Der Alexander macht es gut. Er deckt gut. Er hat sich in der Bundesliga etabliert“, sagte Magdeburgs Nationalspieler Matthias Musche mal nach einem Spiel des SCM in Ludwigshafen.

Praktikum im Kindergarten

Für Falk passt das Paket. Der Oggersheimer, der am Humboldt-Gymnasium sein Abitur bestand, studiert auf Lehramt an Grundschulen. An der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg hat er eine Ausbildung der Frühkindlichen Elementarbildung erfolgreich abgeschlossen. Dazu gehörte auch ein Praktikum in einem Kindergarten. Das absolvierte Falk im Kindergarten am Ebertpark. Jeden Donnerstag war er dort – und jedes Mal wurde er bombardiert mit Fragen der Kinder. „Wie schnell er wirft oder welche Schuhgröße er hat“, wollten die Kinder dann wissen. Alexander Falk ist eben das Gesicht des Teams – quasi der Bastian Schweinsteiger der Eulen Ludwigshafen.

Falk ist nicht nur das Gesicht des Teams. Er ist auch der Bierwart, muss also für Getränke sorgen. Zu Hause hat Falk auch Aufgaben als Hausmann zu erledigen. Mit seiner Freundin Sarah Weiß lebt er zusammen. „Sie ist berufstätig. Da habe ich morgens auch mal Zeit, die anfallenden Aufgaben abzuarbeiten“, sagt er. Es wird auch über Handball diskutiert. Freundin Weiß spielt beim TV Edigheim. Alexander Falk ist dann auf der Tribüne zu finden. Ratschläge und Verbesserungstipps werden dann zu Hause besprochen. „Ob sie diese annimmt, sehe ich dann bei den nächsten Spielen“, sagt Falk.

Alexander Falk nimmt aber auch für sich Verbesserungsvorschläge entgegen. Denn er ist ehrgeizig und will immer vorankommen. 70 Tore hat er in 19 Saisonspielen erzielt. Am Sonntag gegen Aue kamen drei Tore hinzu. Der vierte Treffer zum 24:24 wollte nicht gelingen. Falk verwarf aus aussichtsreicher Position. „Ich bekomme viel Einsatzzeit, damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Falk.Sport

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