Leichtathletik
Deutschlands bester Weitspringer wirbt fürs Mannheimer Meeting
Aber auch der amtierende deutsche Meister ist es nicht gewohnt, ständig dem eigenen Porträt zu begegnen. Seit drei Jahren startet der gebürtige Oberbayer für die MTG Mannheim. Die Anlage des Michael-Hoffmann-Stadions im Pfeifferswörth kennt Batz allerdings vornehmlich als Trainingsgelände. Denn die Wettkampfhärte, für die mittlerweile 25 Nationen aus fast allen Erdteilen ihre U20-Kader nach Mannheim entsenden, musste sich Batz in anderen Wettkämpfen erarbeiten.
„Er wäre sicher zwei Mal dabei gewesen“, relativierte der ehemalige Bundestrainer Dietmar Chounard. Die Leistungen des damaligen Nachwuchsmannes hätten mit 7,40 und 7,46 Metern dafür auf alle Fälle ausgereicht. Aber im ersten Jahr verhinderte Corona den Start bei der Gala, „und ein Jahr später habe ich mich eine Woche vor dem Wettkampf verletzt“, erzählt Batz. Sehr ärgerlich aus seiner Sicht: „Mannheim war immer das Meeting, wo sich entscheidet, wer zu den internationalen Wettkämpfen fährt.“
Mittlerweile kennt er zwar die Rahmenbedingungen bestens, ist in der Altersklasse U20 aber längst nicht mehr startberechtigt. Dafür erfüllt er, trotz des fehlenden Gala-Starts, gerade ein anderes Kriterium, denn aktive Teilnehmende zieren in Mannheim seit Jahren nicht mehr das Veranstaltungsplakat der Junioren-Gala. Einerseits, weil damit vor der Veranstaltung nicht der Druck auf den Sportler oder die Sportlerin erhöht werden soll, auf der anderen Seite verletzte sich Speerwerfer Andreas Hofmann als letzter Starter auf dem Plakat ausgerechnet auf der Gala schwer. Omen, die seither umgangen werden.
Volle Identifikation mit Mannheim
Simon Batz übernahm die Rolle als Werbefigur daher gerne. Druck verspürt der deutsche Meister im freien (2023, 2024 und 2025 sowie in der Halle (2023, 2024, 2026) schließlich nicht. Im Gegenteil. „Ich wohne jetzt seit drei Jahren in Mannheim und identifiziere mich mit der Stadt und vor allem mit meinem Verein, der MTG“, erklärte der Mann, der mittlerweile in der Halle bei einer Bestweite von 8,18 Metern liegt und Anfang des Jahres bei den deutschen Titelkämpfen immerhin schon auf 8,09 Meter kam, ehe ihn eine ausgekugelte Schulter ausbremste. Weitere Sprünge sollen im Laufe des Jahres hinzukommen. „Aktuell bin ich beschwerdefrei“, verrät Batz, der in Mannheim bei seinem sportlichen Vorgänger, dem ehemaligen Europameister Sebastian Bayer trainiert.
Sportlich hat er die Europameisterschaft Mitte August (10. bis 16.) in Birmingham im Blick. Einen aktuellen Leistungsnachweis dafür hat er noch nicht. „Ich steige erst in zwei, drei Wochen in die Wettkampfsaison ein.“ Ziel sei es, in England das Leistungshoch für dieses Jahr zu erreichen. „Ich habe Lust und will da um den Titel mitspringen.“
Noch fremdelt er mit seiner Poster-Rolle
Ein kleines bisschen Druck übt die Rolle als Werbeträger dann allerdings trotzdem aus. Mit Yemisi Mabry (vormals Ogunleye) und Malaika Mihambo zierten schließlich auch schon künftige Olympiasieger das Plakat der Mannheimer Gala. Ganz so weit will Simon Batz dann aber doch noch nicht vorausdenken und wirbt lieber erst einmal für die Mannheimer Juniorengala, die am 13./14. Juni im Michael-Hoffmann-Stadion stattfinden wird. An das seltsame Gefühl, immer wieder dem eigenen Konterfei zu begegnen, hat er sich bis dahin sicherlich gewöhnt.