Ludwigshafen Aktuell notiert: 30-Jähriger springt auf Güterzug

Weil ihm kalt war und er nicht auf den nächsten Zug warten wollte, ist ein 30-Jähriger in der Nacht auf Sonntag im S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte auf einen Güterzug aufgesprungen. Wie die Polizei gestern mitteilte, nutzte der Mann aus, dass der Zug in Schritttempo durch den Bahnhof fuhr und hoffte, so nach Frankenthal zu kommen. Das Problem war allerdings: Frankenthal war keine der vorgesehenen Haltestellen. Als dem blinden Passagier das auffiel, wählte er den Notruf. Bundespolizei und Bahn veranlassten, dass der Zug in Kaiserslautern-Einsiedlerhof Halt machte. Dort nahm die Polizei den 30-Jährigen gegen 5 Uhr in Gewahrsam. Einen Fahrschein hatte der Mann nicht. Ihn erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Am siebten Verhandlungstag, der die Geschehnisse rund um die Explosionen am BASF-Nordhafen im Oktober 2016 aufarbeitet, sind gestern die zwei leitenden Kommissare der Ermittlungsgruppe aus Ludwigshafen vor dem Landgericht Frankenthal befragt worden. Sie haben sich bei ihren Aussagen auf den Abschlussbericht der Ermittlungen vom Februar 2017 gestützt. Demnach habe eine „Kette von Fehlentscheidungen“ des angeklagten Flexarbeiters aus Mannheim, wie eine 42-jährige Hauptkommissarin es formulierte, zu dem Unglück geführt. Er soll mehr Schnitte als notwendig an dem Rohr gemacht haben, was dazu geführt haben soll, dass er sich wegen im Rohrgraben habe neu positionieren müssen. Dadurch sei es dazu gekommen, dass der 63-jährige Angeklagte die Rohre verwechselt und die falsche Leitung angeschnitten habe. Seitens der BASF sei keine Verletzung der Richtlinien festgestellt worden, wohl aber haben sich die Beamten erstaunt gezeigt über die ungenaue Beschreibung der Aufgaben des Brandschutzpostens im Rohrgraben. Südwest In Berlin haben sich am vergangenen Donnerstag erneut die Kämmerer des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ getroffen. Mit dabei: Der Ludwigshafener Finanzdezernent Andreas Schwarz (SPD). Erneut appellierte die Gruppe an Bund und Länder, die langfristige Tilgung kommunaler Liquiditätskredite „solidarisch als Gemeinschaftsaufgabe zu lösen“. Gleiches gelte dafür, neue Schulden zu verhindern. So teilt es die Stadtverwaltung mit. „Selbstverständlich haben wir die Konsolidierung des Haushalts unserer Stadt weiterhin auf der Agenda – hier stehen wir als Finanzverantwortliche hochverschuldeter Kommunen auch in der Pflicht“, betont Kämmerer Schwarz. „Ohne Unterstützung des Bundes und der Länder sehen wir aber kein Licht am Ende des Tunnels“, sagt er weiter. Zum Aktionsbündnis gehören bundesweit 70 Kommunen mit mehr als neun Millionen Menschen.