Interview
Adler-Fan Julien Douillard „Sie hätten da in Köln wirklich mehr machen können“
Herr Douillard, wie froh sind Sie denn, dass es nach zwei Jahren Verspätung wegen Corona endlich so weit ist, und das Winter Game stattfindet?
Ja natürlich bin ich froh darüber. Zwei Jahre ohne Winter Game ist nicht so einfach. Eigentlich war es für Januar 2021 vorgesehen. Dann für den 1. Januar 2022. Doch auch das wurde wieder verschoben. Umso länger es dauerte, umso größer wurde die Vorfreude.
Was macht das Winter Game Ihrer Meinung nach so besonders?
Es ist nun mal „back to the roots“. Es ist so, wie man früher Eishockey gespielt hat. Outdoor oder Pond Hockey. Jetzt hat man dieses Flair wie auf einem gefrorenen See. 40.000 Leute sind halt etwas anderes als 13.000 Leute oder 5000 in einer Arena oder Halle. Das ist schon eine Nummer.
Sie sprechen die 40.000 Zuschauer an. Ein kleiner Teil davon – rund 2000 Fans – sind Mannheimer. Es gab eine schöne Choreo zu Beginn des Spiels. Wie war denn die Stimmung auf den Rängen im Block?
Wenn man die Stimmung vergleicht, war der Mannheimer Block tonangebend. Die Kölner hat man nur bei eigenen Toren und zwei-, dreimal singen gehört. Die Stimmung im Block war „on point“. Es wäre natürlich besser gewesen, wenn Mannheim besser gespielt hätte. Aber dafür war es schon gut.
Mit dem Spiel der Mannheimer waren Sie scheinbar weniger zufrieden. Was fehlte den Adlern?
Eigentlich alles. Sie hätten in der Verteidigung mehr machen müssen. Sie hätten wach sein müssen und es fehlte auch das Scheibenglück. Ich denke, wenn du schlecht spielst, wenn du die Scheibe nicht verteidigst, wenn du Fehler machst und nur auf der Strafbank sitzt, dann verlierst du ein solches Spiel.
Wenn schon nicht das Spiel Ihren Vorstellungen entsprach. Wie gefällt Ihnen denn das ganze Drumherum?
Das Einzige, was ich cool fand, waren die Türme des Rhein Energie Stadions. Es war in Köln jetzt einfach eine Eisfläche, die in einem Fußballstadion steht. Sie hätten da wirklich mehr machen können.
Ist es Ihr erster Besuch eines Winter Games?
Nein, ich war 2017 bereits in Sinsheim mit dabei. Damals gefiel es mir besser. In Köln gab es nur Essen, Trinken, einen Stand der Telekom und einen eines Eishockey-Magazins und einen Fan-Stand. Mehr gab es nicht. In Sinsheim gab es eine Torwand, einen Stand der Eishockey-WM und viele weitere Stände. Da war mehr geboten als in Köln. Und innerhalb des Stadions war die Optik schöner. In Sinsheim sah es wirklich aus wie auf einem See. Und auch das Rahmenprogramm war schöner. Damals gab es ein Nachwuchsspiel und zwei Bands haben gespielt. In Köln gab’s „Kölle sing“, da haben wir zu 90 Prozent nix verstanden.
Wie geht es denn abends nach der Partie weiter?
Wir fahren zum Hotel, bestellen uns etwas zu Essen und lassen den Abend – nach so vielen Stunden in der Kälte – gemütlich ausklingen.