Fußball
Acht Wochen bei der Arminia: Ralf Gimmy blickt zurück und zieht Bilanz
Seit Mittwoch gegen 21 Uhr ist es amtlich: Der FC Arminia Ludwigshafen steigt in die Verbandsliga Südwest ab. Grund ist die 0:1-Niederlage des FK Pirmasens an diesem Abend gegen den VfR Mannheim. Bereits vor dem Spiel war die Aussicht, dass die Westpfälzer den Sprung in die Regionalliga schaffen, überschaubar: Nach der 1:4-Niederlage in Eddersheim hätte „die Klub“ einen 4:0-Erfolg gegen Mannheim gebraucht, da in der Aufstiegsrunde auch das Torverhältnis zählt.
Wie aber hat Ralf Gimmy, Trainer der Arminia, den Abend verbracht? „Ich habe ab und zu in den Liveticker geschaut. Ab der Halbzeit dann aber nicht mehr. Da war das Spiel entschieden“, erzählt er auf Nachfrage. „Der verschossene Elfmeter war bereits der Knackpunkt.“ Auch ohne das Spiel gesehen zu haben, sei er ein wenig enttäuscht „Ich hatte Pirmasens stärker eingeschätzt“, erklärt er seine Enttäuschung. Aber anscheinend sei einfach der Leistungsunterschied zwischen den verschiedenen Fußballverbänden zu groß. Gefühlt habe sich in den vergangenen zehn Jahren selten der Oberligist aus dem Bereich Rheinland-Pfalz/Saar durchgesetzt. „In der vergangenen Saison ist der 1. FC Kaiserslautern II krachend gescheitert“, erinnert er sich. Ein Grund dafür könne darin liegen, dass die Vereine aus Hessen oder Baden-Württemberg finanzkräftiger aufgestellt seien als die Konkurrenz aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
Acht Jahre in Mannheim
Einen Kontakt mit der Mannschaft habe es am Mittwochabend nicht gegeben. „Ich habe, weil es sich so ergeben hat, am Mittwoch mit Sportdirektor Markus Impertro telefoniert“, informiert Gimmy auf Nachfrage.
Dass der VfR Mannheim in die Regionalliga aufsteigt, quittiert der Übungsleiter aber auch mit einem lachenden Auge: „Der VfR Mannheim schlägt auch ein wenig in meiner Brust. Ich habe von 1980 bis 1987 sieben Jahre dort gespielt, und ich habe durchweg positive Erinnerungen an diese Zeit. Ich spielte damals auch für die Studentennationalmannschaft und andere Auswahlteams. Daher ist der VfR auch eine Herzensangelegenheit“, erläutert Gimmy, der aber mit einem weinenden Auge den daraus resultierenden Abstieg mit der Arminia wahrnimmt.
Neue Erfahrungen
„Diese acht Wochen bleiben in guter Erinnerung bei mir“, zieht er für sich ein positives Fazit seines Engagements in Rheingönheim. „Ich bin sehr gerne dorthin gefahren. Ich hatte mit Kevin Selzer und Frank Wieschalla ein großartiges Trainerteam, das mich tatkräftig unterstützt hat. Auch das Umfeld und die Physiotherapeuten und die Ärzte waren eine sehr gute Erfahrung, die ich bis dahin noch nicht so gekannt habe“, so Gimmy.
„Wir haben am Anfang eine Mannschaft vorgefunden, die ein wenig uneins war. Aber auch das ist uns gelungen, in dieser kurzen Zeit auf die Reihe zu bringen. Überhaupt hat sich der Gesamtzustand des Vereins deutlich verbessert“, zieht Gimmy ein positives Fazit. „Wenn man sieht, wie die Mannschaft auf der Rückfahrt aus Idar-Oberstein gefeiert hat, als das Ergebnis aus Gau-Odernheim kam, dann hat man gemerkt, dass da etwas gewachsen ist.“ Fans, Verantwortliche und auch die gesamte Mannschaft seien enger zusammengerückt. „Das tut dem ganzen Verein gut“, bilanziert Gimmy. Es sei sehr schade, dass am Ende seines Wirkens der Makel des Abstiegs wohl länger in Erinnerung bleibe als die an die positiven Veränderungen.
Zu viele Chancen vergeben
Dass der Abstieg am Ende auch eine Folge der fehlenden positiven Resultate sei, verhehlt der Trainer nicht. „Gerade gegen die Vereine aus Koblenz haben wir die wichtigen Punkte liegen lassen. Gegen Cosmos Koblenz müssen wir zur Pause 3:0 führen und bekommen dann einen Elfmeter gegen uns“, hadert er mit der Chancenverwertung. „Auch beim 1:1 gegen den FC Rot-Weiß Koblenz haben wir wie zuvor gegen den TuS Koblenz am Ende große Chancen, um noch den Sieg zu holen. Die Tabelle lügt über die Saison gesehen am Ende eben nicht.“ Auch deswegen habe am Ende der Abstieg wehgetan.
Dennoch zieht Ralf Gimmy für sich ein positives Fazit seiner zweiten Amtszeit beim FC Arminia Ludwigshafen. „Wenn ich einen fetten Schlussstrich ziehe, überwiegt das Positive. Es war eine sehr gute Erfahrung, die ich positiv in Erinnerung behalten werde.“ In Zukunft will er sich wieder mehr der zweiten Mannschaft des TuS Mechtersheim widmen, die sein Sohn Louis betreut. Dann wird man ihn vielleicht wieder auf dem einen oder anderen Platz in der Region antreffen.
