Ludwigshafen Acht Kilometer, sechs Weiher

Streckentest: Saskia Helfenfinger-Jeck mit Mischa Helfenfinger.
Streckentest: Saskia Helfenfinger-Jeck mit Mischa Helfenfinger.

«Ludwigshafen.» Der Oppauer Seenlauf wird im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins Premiere feiern. „Und sollte die Teilnehmerzahl stimmen und die Veranstaltung gut angenommen werden, dann wird es sicher eine zweite Auflage geben“, verspricht der DJK-Vorsitzende. Leichtathletik beziehungsweise Laufen gibt es schon lange nicht mehr im Sportangebot des am 19. September 1919 gegründeten Vereins, dabei hatten die Oppauer Ende der 1950er-Jahre durchaus erfolgreiche Leichtathleten, sogar einige Pfalzmeister. Fußball, Sportschießen, Tennis und Breitensport sind heute die sportlichen Pfeiler der DJK. Den Oppauer Seenlauf sieht Chorosis als Ergänzung zum bereits bestehenden Laufangebot in der Stadt. „Die Strecke ist wunderbar: fast komplett in der Natur und absolut flach“, wirbt er für die Veranstaltung. Wir haben die Route in umgekehrter Richtung getestet. Start und Ziel werden am Sportgelände der DJK in der Ludwig-Wolker-Straße 40 sein. Und warum der Oppauer Seenlauf seinen Namen trägt, zeigt sich schon nach wenigen Metern, fallen uns doch direkt zwei Gewässer ins Auge, rechts der Harschweg- und links der Abelweiher. Beide Weiher sind etwa zwei Hektar groß, entstanden durch Kiesabbau und erhielten in den 1970er-Jahren ihre Form. Vor allem die Angler freuen sich in beiden Weihern über reiche Beute. Insgesamt sechs Weiher begegnen uns auf rund acht Kilometern und jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Charakter, seinen ganz besonderen Charme. Wir bleiben weiter auf der Ludwig-Wolker-Straße, in der Ferne sehen wir die Häuser der Notwende/Melm. Nach einer Häusersiedlung biegen wir rechts ab und laufen entlang der Bahnlinie durch einen idyllischen, von Gräsern und Bäumen gesäumten Weg, lauschen den umherschwirrenden Insekten, ehe wir den roten Aschenplatz „Am Weidenschlag“ erreichen. Die Notwende entstand in den 1930-Jahren als Werkssiedlung der BASF und ist heute Heimat für rund 4800 Menschen. Durch das benachbarte Neubaugebiet Melm wuchs die Region in den 1990er-Jahren. Rund 2800 Menschen leben inzwischen dort. Notwende/Melm gehört zum Stadtteil Oggersheim. Die Laufstrecke führt uns mitten durch das Wohngebiet. Wir kommen an Weiher Nummer drei an: die Melm. Wir joggen rechts daran vorbei. Von 1912 bis 1920 wurde dort Kies abgebaut. Damit ist die rund zwei Hektar große Melm einer der ältesten Weiher der Stadt. Wir kommen in der Rosenwörthstraße an, überqueren die Mittelpartstraße und landen direkt im Naherholungsgebiet „Willersinn“. Zwischen Großparth- und Begütenweiher geht es nun weiter. Obwohl es an diesem Samstagnachmittag recht warm ist, sind die Liegewiesen wenig besiedelt. Ein einsames Pärchen genießt die Ruhe, im Begütenweiher toben fünf Halbstarke durchs Wasser. Wir biegen rechts ab. Exakt auf Höhe der Gaststätte des WSV piept die Hightech-Sport-Armbanduhr. Vier Kilometer liegen hinter und noch vier vor uns. Im Restaurant tobt der Bär, eine Hochzeitsgesellschaft feiert direkt mit Blick auf den Willersinnweiher. Ein Schokoeisbecher oder ein Salat „Mare“ mit dreierlei Fischfilets vom Grill – das wäre es jetzt. Stattdessen gibt es nur einen Schluck isotonisches Getränk und weiter geht es. Wir sind jetzt auf dem Weg in Richtung Ziel. Im nördlichen Teil laufen wir parallel zum Willersinnweiher, ehe wir nach Erreichen des nordöstlichsten Zipfels des Weihers links abbiegen. Felder, soweit das Auge reicht, und die Skyline der BASF begleiten uns auf diesen Kilometern. Meter für Meter kommen wir dem Ziel am DJK-Gelände näher. Nachdem wir ein Stück über die Friedrich-Straße gejoggt sind, taucht wieder der Abelweiher auf, an dessen Ende wir rechts abbiegen und nur noch rund hundert Meter vor uns haben, bis wir da sind.

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