Interview RHEINPFALZ Plus Artikel AC Mutterstadt: Gewichtheberin Nina Schroth will kürzer treten

Plant bereits ihre Zeit nach der Aktivität: Nina Schroth vom AC Mutterstadt.
Plant bereits ihre Zeit nach der Aktivität: Nina Schroth vom AC Mutterstadt.

Gewichtheberin Nina Schroth steht mit dem AC Muterstadt zum dritten Mal im Bundesligafinale. Mit Stefan Naumer spricht sie über die Erfolgsaussichten und ihre Zukunftspläne.

Hallo Frau Schroth, kribbelt es schon, wenn Sie an den Finalkampf der drei besten deutschen Teams denken ?
Auf jeden Fall. Meine Vorfreude und die meiner Mannschaft ist riesengroß. Mich reizt besonders der neue Standort. Ich erwarte eine stimmungsvolle Gewichtheber-Atmosphäre vor fast 1000 Zuschauern und hoffe auf lautstarke Unterstützung der zahlreichen zu erwartenden AC-Fans. Für mich ist das jetzt die dritte Finalteilnahme. Ohne Corona wären es sogar vier gewesen. Ich bin sehr gespannt, wie das am Ende ausgeht.

Wie gut vorbereitet gehen Sie und die Mutterstadter Staffel in den Saisonhöhepunkt?
Für uns ist das der Saisonhöhepunkt und für Einzelne wie die junge Amelie Breuer sogar der größte Wettkampf ihrer Karriere. Da will sich jeder so teuer wie möglich verkaufen. Für so einen Wettkampf ist jeder besonders motiviert.

Welche Rolle kann der AC Mutterstadt im Duell gegen die Topteams aus Obrigheim und Speyer spielen ?
Erstmal sind wir nur froh, überhaupt dabei zu sein. In der Runde lief nicht alles nach Plan. Wir haben uns am Ende knapp vor Roding und dem deutschen Vizemeister SSV Samswegen durchsetzen können. Nimmt man die Relativleistungen aus der Runde zur Hand, sind die Obrigheimer mit einer Saisonbestleistungen von über 900 Kilopunkten klarer Favorit. Da müssen wir uns mit 827 Punkten natürlich hintenanstellen. Aber eine neue Saisonbestleistung mit über 830 Punkten soll im Finale schon drin sein. Wir versuchen zumindest den Speyerern auf den Fersen zu sein. Die Nerven spielen in einem Finalkampf auch immer eine großen Rolle. Es kann immer wieder auch einmal ein Athleten patzen. Der Teamgeist ist unsere große Stärke. Und der kann Berge versetzen.

Sie waren international mit einem Titelgewinn bei der U-23 EM und mehreren Medaillen bei verschiedenen Europameisterschaften Jahre lange sehr erfolgreich. Mit 32 Jahren beendeten Sie jetzt ihre Nationalmannschaftskarriere. Wie geht es sportlich weiter?
Ich möchte nichts missen, was ich in den vergangenen Jahren bei den vielen internationalen Wettkämpfen erlebt habe. Da gab es so viele positive sportliche, als auch persönliche Erlebnisse. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, als Nationalheberin aufzuhören. Das muss man einfach realistisch sehen. Ich werde ab Mai wieder Vollzeit als Bankkauffrau bei der Sparkasse Rhein-Haardt arbeiten. Sportlich werde ich zwangsläufig daher etwas kürzertreten. Ich werde mit meinem Freund auch andere Sportarten wie Tennis oder Volleyball ausprobieren. Das Gewichtheben wird trotzdem immer Bestandteil meines Lebens sein. Ob als Trainerin, oder weiter noch für die Bundesligastaffel des AC Mutterstadt. Wie stark ich dann bin, kann ich natürlich jetzt nicht sagen. Wenn ich gebraucht werde, stehe ich immer gerne zur Verfügung. Heute fühle ich mich noch stark genug, meine Mannschaft beim Finale bestmöglich zu unterstützen.

Termin

Die Gewichtheber des AC 1892 Mutterstadt haben mit dem Erreichen des Finalkampfes ihr Saisonziel in der Bundesliga erreicht. Am Samstagabend folgt nach dieser Pflicht die Kür für den zwölffachen deutschen Mannschaftsmeister. Auf der Wettkampfbühne im Heidelberger Olympiastützpunkt Rhein-Neckar fordern Nina Schroth und ihre Kollegen die favorisierten Staffeln aus Obrigheim und Speyer heraus, Wettkampfbeginn ist um 19 Uhr.

x