Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Abschied: Eulen Ludwigshafen danken fünf Spielern

Spielerverabschiedung (von links): Leon Hein, Mats Grupe, Freddy Stüber, Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert, Ziga Urbic und Ti
Spielerverabschiedung (von links): Leon Hein, Mats Grupe, Freddy Stüber, Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert, Ziga Urbic und Tim Schaller.

Die Eulen Ludwigshafen verabschieden nach dem letzten Heimspiel der Saison fünf Spieler. Warum Trainer Michael Haaß sie am liebsten alle behalten hätte.

Den erhofften Heimsieg zum Abschluss einer mit sportlichen Höhen und Tiefen gezeichneten Saison konnten die Eulen Ludwigshafen ihren Fans nicht schenken. Dafür machte die Mannschaft von Michael Haaß im Heimspiel bei der 31:33 (13:14) Niederlage gegen den TV 05/07 Hüttenberg einfach zu viele Fehler. Mit dem 13. Tabellenplatz schließen die Eulen eine turbulente Runde ab. Das war die 25. Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga.

Emotional wurde es bei der Verabschiedung von fünf verdienten Spielern. Leon Hein, Žiga Urbi, Mats Grupe und Kapitän Freddy Stüber verlassen aus den unterschiedlichsten Gründen den Verein. Coach Michael Haaß hätte am liebsten alle behalten. „Alle haben mindestens ein, zwei Spiele für die Mannschaft gewonnen. Die haben alle ihre Stärken. Ob Tim als Siebenmeterspezialist oder unser unermüdlicher Kapitän Freddy. Genauso wie die überdurchschnittlich guten Torleute Žiga und Mats. Nicht zu vergessen Leon, der am Ende ganz wichtig für uns war“, sagte Haaß.

Abschlussparty auf Ibiza

Am Tag nach dem Spiel flog die Mannschaft nach Ibiza. Dort wird der Saisonabschluss bis Mittwoch gefeiert. Nicht dabei sein wird der am Freitag in Prien am Chiemsee erneut am Mittelfuß operierte Mihailo Ilic. Mit an Bord ist dafür der auch am Fuß operierte Kreisläufer Lars Röller, der gegen Hüttenberg am Seitenrand mitfieberte. „Es ist immer schwierig von außen zuzuschauen und die Mannschaft leiden zu sehen. Mit einem guten Gefühl aus der Saison rauszugehen ist immer besser. Persönlich hoffe ich, in drei Wochen wieder laufen zu können. Danach die Reha erfolgreich durchbringen, um noch Mitte in die Saisonvorbereitung einzusteigen“, sagte Röller.

Erstmals nach acht Monaten Pause infolge eines Kreuzbandrisses stand Nici Waldvogel wieder im Eulen-Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Nach dem Spiel verabschiedete Geschäftsführer Andreas Olbert, Teammanager Philipp Grimm und der Samstag Geburtstag feiernde Spielmacher Marc-Robin Eisel die fünf ausscheidenden Akteure. Zuvor dankte Olbert den treuen Eulen-Fans, die die Friedrich-Ebert-Halle immer wieder zur „Eberthölle“ machen, dem Trainerteam um Michael Haaß sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Respektvoll war die Geste von Teammanager Philipp Grimm, der dem zuvor im Spiel sieben Mal erfolgreichen Hüttenberger Kreisläufer Moritz Zörb vor den zahlreichen TVH-Fans für zehn starke Jahre im Trikot der Mittelhessen gratulierte. Als erster Eulen-Spieler wurde der nach einem Jahr zum Drittligisten Eintracht Hildesheim wechselnde Leon Hein (23) verabschiedet. „Leon wollte immer lernen, war sehr trainingsfleißig und hat mit der richtigen Einstellung seine Rolle nach Ausfällen von Stübi und Lars am Kreis sehr gut erfüllt. Wir werden seinen Weg in Hildesheim im Blick haben“, lobte Grimm.

Mit Eulen-DNA ausgestattet

Eine besondere Beziehung hat der frühere Kapitän (2012 bis 2017) zum ausscheidenden Kapitän Freddy Stüber. Der Kreisläufer hat in seiner ersten Zeit (2017 bis 2020) maßgeblich am „Wunder von Ludwigshafen“ mitgewirkt. „Freddy hatte von Anfang an die Eulen-DNA in sich und hat diese noch weiterentwickelt. Er war Führungsspieler und Mentalitätsmonster zugleich. Er konnte seine Kollegen im Spiel mitreißen“, lobte Grimm. Wegen seiner herausragenden Qualitäten holten ihn die Verantwortlichen nach Stationen in Emsdetten und Hagen vor zwei Jahren zurück. „Ich möchte Danke sagen, dass ich hier noch einmal spielen durfte. Es war eine schöne Zeit“, verabschiedete sich Stüber.

Aus dem Talentschuppen der Rhein-Neckar Löwen wechselte Mats Grupe vor dreieinhalb Jahren zu den Eulen. „Von Anfang an war klar zu erkennen, dass Mats eine Verstärkung für uns ist. Außerdem ist er noch ein angenehmer Mensch. Nur will er den nächsten Schritt in seiner Karriere machen“, würdigte Mitspieler Marc-Robin Eisel. Sein sportlicher Weg führt den früheren Junioren-Nationalspieler (23) zum Erstligisten ThSV Eisenach. Dort soll er schrittweise die Nachfolge von Altmeister Silvio Heinevetter antreten.

„Schalli“ zieht’s in die Heimat zurück

„Du bist für mich ein Phänomen, der in seiner Zeit hier zum Pfälzer geworden ist“, beschrieb Marc-Robin Eisel den künftig für den Ligarivalen TV Großwallstadt das Tor hütenden Žiga Urbic. 2021 kam der Slowene aus der österreichischen Liga in die Pfalz. Der Publikumsliebling war der einzige Eulen-Spieler mit eigenem Fanclub. Urbic dankte besonders seiner Frau, die bei jedem Heimspiel dabei war. Urbic: „Ihr Fans werdet in meinem Herzen bleiben.“

Seit der C-Jugend eng verbunden ist Eisel mit seinen saarländischen Freunden Kian Schwarzer und Tim Schaller. Seinen Freund „Schalli“ zieht es nach vier erfolgreichen Jahren aus beruflichen Gründen in die Heimat zurück. „Tim ist einer der besten Linksaußen der Liga. Wir werden ihn alle vermissen“, bemerkte sein Freund stellvertretend für alle Eulen-Fans. Noch achtmal, davon vier Siebenmeter, durfte sich der „Iceman“ in seinem letzten Spiel in die Torschützenliste eintragen. Das berühmte „Schallalala“ der Fans nach seinen Toren wird der Friedrich-Ebert-Halle als Kultsong in Erinnerung bleiben.

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