Ludwigshafen
Abriss der Pilzhochstraße: Lärm, Sperrungen, Schutt und Bagger – jetzt geht’s Schlag auf Schlag
Mit dem seit Montag laufenden Abfräsen des Asphalts gehe es zügig voran, weshalb der Start des Rückbaus des maroden 500-Meter-Teilstücks der Hochstraße Süd (Pilzhochstraße) vorgezogen werden könne. Ursprünglich sollte der Abriss erst im Juli beginnen und im Oktober enden. Ob der Rückbau nun schneller über die Bühne gehen kann, sei schwer abzuschätzen, sagte OB Steinruck. Die Abrissfirma Moß werde jedenfalls alles daran setzen, den Abriss bis zum letzten Moment zu beschleunigen. „Jeden Tag und jede Stunde, die wir gewinnen, hilft den Anwohnern und Gewerbetreibenden.“
Brückenauffahrt wird dicht gemacht
Für die am 11. Juni beginnenden Abrissarbeiten wird die Auffahrt zur Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim aus Sicherheitsgründen ab Mittwoch, 10. Juni, 16 Uhr, bis Montag, 15. Juni, 6 Uhr, komplett gesperrt. Der Verkehr soll am Rheinufer Süd in Richtung Kurt-Schumacher-Brücke umgeleitet werden.
Beim ersten etwa 120 Meter langen Trassenabschnitt, der an Fronleichnam fallen soll, handelt es sich um den Bereich Mundenheimer Straße/Berliner Platz/Faktor-Haus, der schnellstmöglich wieder geöffnet werden soll – zunächst für Fußgänger, dann für den Pkw- und schließlich auch für den Straßenbahnverkehr. Wann damit zu rechnen ist, sei derzeit noch völlig unklar. „Das sehen wir, wenn der Abriss vollzogen und wie dann der Zustand des Untergrunds ist“, sagte Steinruck. Direkt nach dem Abriss werde die Mundenheimer Straße für Fußgänger aber noch nicht passierbar sein. Die Feiertagsarbeit an Fronleichnam sei von der Aufsichtsbehörde von 9 bis 17.30 Uhr genehmigt worden, versicherte sie.
Arbeiten auch nachts
Freitags ab 7 Uhr soll dann laut Berlenbach „non stop“ bis sonntags durchgearbeitet werden – auch nachts. Vier bis fünf Bagger und etwa ein halbes Dutzend Arbeiter seien dafür an der Brücke im Einsatz. Erste Querkraftkopplungen, die sensiblen Verbindungsstücke zwischen den Brückenteilen, seien bereits zwischen den Bauwerken 157 und – nach Westen hin – am Bauwerk 168 getrennt worden.
Fräsarbeiten bis 5. Juni
Die Fräsarbeiten – insgesamt geht es um 2500 Tonnen Asphalt – sollen möglichst am 5. Juni am ersten Brückenabschnitt abgeschlossen sein. Beim anfallenden Schutt werde dann Stahl von Beton getrennt und der Rest auf Belastungen hin untersucht, bevor er recycelt werden und etwa für Straßenbauarbeiten genutzt werden könne, so Berlenbach. Der erste Abschnitt der Pilzhochstraße wird von 45 Türmen aus Holz, Stahl und Beton sowie von weiteren sieben Türmen aus 1500 sogenannten Baggermatratzen stabilisiert, damit er beim Abbruch nicht unkontrolliert einstürzt.
Weiße Hochstraße muss nicht abgerissen werden
Nicht abgerissen werden muss voraussichtlich die wegen ihrer Farbgebung sogenannte Weiße Hochstraße – die 950 Meter lange Fortsetzung der Pilzhochstraße in Richtung Pylonbrücke. Darauf deuteten die ersten Zwischenergebnisse der Nachberechnungen hin, sagte Berlenbach. Bis Juli sollen die Ergebnisse vollständig vorliegen. Dann werde der tatsächliche Sanierungsbedarf ermittelt. An einigen Stellen der Weißen Hochstraße ist der Beton abgeplatzt, zudem liegen rostige Eisenarmierungen frei.
Online-Dialog ab 2. Juni
Am 2. Juni startet laut Steinruck ein zweiwöchiger Online-Dialog mit Bürgern, die ab dann im Netz unter der Adresse www.ludwigshafen-diskutiert.de Fragen an den Stadtvorstand und Berlenbach richten können. Am Abend des 9. Juni stehen die Experten, darunter der am 1. Juli sein Amt antretende neue Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos), den Bürgern Rede und Antwort. OB Steinruck will zudem eine digitale Bürgersprechstunde anbieten. „Wir wollen vor allem zuhören, denn die Belastungen für die Anwohner sind enorm.“ Nähere Infos zu den Formaten will die Verwaltung in Kürze bekanntgeben.