FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel A-Junioren des TuS Altrip verkaufen sich teuer gegen Mainz 05

Vollversammlung im Strafraum: Die Spieler des TuS Altrip (blaue Trikots) stemmen sich den Mainzer Kontrahenten entgegen.
Vollversammlung im Strafraum: Die Spieler des TuS Altrip (blaue Trikots) stemmen sich den Mainzer Kontrahenten entgegen.

Prima verkauft haben sich die Fußball-A-Junioren des TuS Altrip im Halbfinale um den Verbandspokal gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05. Am Ende gewannen die Gäste vor rund 500 Zuschauern mit 5:0 (2:0). Sie treffen im Endspiel auf den 1. FC Kaiserslautern.

Die A-Junioren der Altriper dürften das erfolgreichste Team dieser Altersstufe seit über 50 Jahren im Verein sein. 1970 wurde eine Mannschaft um den späteren Nationalspieler Manfred Kaltz beim Endturnier in Bochum deutscher Vizemeister. Etliche Mitglieder aus der damaligen Truppe waren am Dienstagabend dabei, als ihre sportlichen Nachfahren sich anschickten, den übermächtigen Mainzern das Leben schwer zu machen. „Das war ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, auch wenn Mainz natürlich ein anderes Kaliber ist“, bestätigt Ludwig Schneider (72), einer aus der früheren Zeit. Die Mannschaft habe zu gefallen gewusst und sei nicht unter die Räder gekommen. „Es ist eine von klein auf gewachsene Mannschaft, die seit Jahren zusammenspielt und die ein unglaublicher Teamgeist, sowie ein riesiger Zusammenhalt auszeichnet“, sagt der 41-jährige Trainer Dirk Warnecker.

Teilweise spielen die Jungs aus den goldenen Jahrgängen 2004 und 2005 schon seit den E-Junioren zusammen. Wie der Coach informiert, sind die letzten im C-Junioren-Alter dazugestoßen. Acht Akteure kommen direkt aus Altrip, andere aus Rheingönheim, Mutterstadt, Dannstadt oder anderen umliegenden Orten. In allen Altersklassen ab den D-Junioren sind die Altriper in die Junioren-Verbandsliga aufgestiegen. „Nur in der B-Jugend nicht, weil die Runde wegen der Corona-Pandemie damals abgebrochen wurde“, berichtet der Trainer.

Identifikation mit dem TuS

Die hohe Qualität der Spieler weckt natürlich das Interesse anderer Vereine. „Wir sprechen mit unseren Jungs und legen ihnen keine Steine in den Weg. Sie vertrauen und glauben mir“, verdeutlicht Warnecker. Ein Paradebeispiel ist Innenverteidiger Julian Bleßmann, der Kontakte zu Eintracht Frankfurt, SC Freiburg, Mainz 05 und TSG Hoffenheim hatte, dem TuS aber wie viele andere auch die Treue hielt. Bleßmann ist dem Verein verbunden und sich für nichts zu schade. Vor ein paar Jahren schleppte er Tische und Bänke, die für ein Grillfest benötigt wurden. „Ich mache das gerne, weil ich mich im Verein sehr wohlfühle und deshalb fast jeden Tag auf der Anlage bin“, erklärte der heute 18-Jährige damals.

Eine Einstellung, die außer dem geerdeten und bodenständigen Bleßmann auch viele andere haben. Torwart Maximilian Stupp zum Beispiel, der begehrt war, aber A-Junioren-Regionalligisten abgesagt hat. „Er erzählte mir, dass er Abitur macht und keine große Lust hat, sonntags ins Saarland oder Rheinland zu fahren“, gibt Warnecker Stupps Worte wieder. Auch Gianluca Tancredi habe sich für das Spielen mit den Kumpels entschieden. Und wenn Akteure doch einmal weggegangen sind, kommen sie irgendwann wieder wie Tuan Wiegmann, der beim Ludwigshafener SC war, oder Nico Schmidt, der zuletzt für Speyer 09 auflief. Die eingeschworene Gemeinschaft und die Aussicht auf viel Spielzeit sind Pfunde, mit denen Altrip wuchern kann.

Außergewöhnlich hohe Durchlässigkeit

Dabei profitieren alle von der besonderen Konstellation beim TuS, für die Trainer Warnecker die Schlüsselfigur ist. „A-Junioren sowie erste und zweite Garnitur trainieren zusammen. Oft sind 40 Spieler vor Ort“, erläutert der Coach, der Junioren und „Erste“ trainiert. Er und drei weitere Übungsleiter sowie ein Torwarttrainer teilen die Fußballer in Gruppen auf, sodass auch individuell geübt werden kann. Da viele A-Junioren längst zum Stamm der in der A-Klasse spielenden Ersten Mannschaft gehören, sind die Übergänge fließend. „Bei uns gibt es eine außergewöhnlich hohe Durchlässigkeit. Dem Jugendspieler ist nichts fremd, wenn er bei den Erwachsenen zum Einsatz kommt. Er freut sich, hat Spaß am Fußball und ist stolz, in der ersten Garnitur zu spielen“, ergänzt der 41-jährige Coach.

Von den 22 Kaderspielern der A-Junioren, zu denen auch Warneckers Sohn Jan zählt, rücken 15 im Sommer zu den Aktiven auf. „Die Jungs haben schon erkannt, dass sie besser sind, als der typische A-Klasse-Spieler. Wenn sie dann mit jedem Einsatz an Erfahrung dazugewinnen und sich weiter verbessern, können wir unser Ziel realisieren, in der kommenden Runde in die Bezirksliga aufzusteigen“, blickt der lizenzierte Trainer Warnecker nach vorne. Seine A-Junioren seien fußballerisch sehr weit für ihr Alter, zudem eine kampfstarke, kompakte und homogene Einheit. Das bekam zumindest phasenweise auch der FSV Mainz 05 zu spüren.

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