Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel 43 ukrainische Kinder an Ludwigshafener Schulen

243 Erwachsene und Kinder aus der Ukraine – darunter auch unregistrierte – haben bislang bei der Abteilung Asyl finanzielle Unte
243 Erwachsene und Kinder aus der Ukraine – darunter auch unregistrierte – haben bislang bei der Abteilung Asyl finanzielle Unterstützung beantragt.

Immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine kommen in Ludwigshafen an. Die Stadt unterstützt mit Wohnraum und Hilfsangeboten. Eine Herausforderung.

„Wir haben zwei Groß-Krisenlagen zu bewältigen“, sagten Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und Schul- und Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) am Dienstag. Denn während die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist und auch die Stadtverwaltung weiterhin fordert, kommen auch immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine nach Ludwigshafen.

350 sind es bisher – so hoch ist zumindest die Anzahl der offiziell bei der Ausländerbehörde registrierten Personen. Es dürften also tatsächlich deutlich mehr sei. 15 Schutzsuchende seien der Stadt bisher vom Land zugewiesen worden, sagte Steinruck. Während diese laut Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) direkt in städtischen Unterkünften untergebracht wurden, finden die meisten der übrigen Flüchtlinge bislang bei Familien und Bekannten ein Dach über dem Kopf.

Auch Wohnungen von BASF und GAG

Laut Steeg nimmt aber bei vielen der Wunsch nach einem eigenen Zuhause zu. Dazu kann die Stadt unter anderem auf rund 30 Wohnungen zurückgreifen, die ihr von privat angeboten wurden. Die ersten Mietverträge würden derzeit vorbereitet. Das Angebot und damit die Hilfsbereitschaft sei noch wesentlich größer gewesen, aber nicht alle Räumlichkeiten geeignet, sagte Steeg.

Zudem habe die BASF Wohnen+Bauen zwölf Wohnungen, die Wohnungsbaugesellschaft GAG acht angeboten. Auch fünf städtische Wohnungen sollen hergerichtet werden und ab Mitte April bezugsfertig sein – teils in Gebäuden, die laut Steeg eigentlich zum Verkauf standen. Man habe zudem gemeinsam mit der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft begonnen, Hotels und Pensionen abzufragen. „Damit wir gerüstet sind, wenn es schnell gehen muss“, so Steeg. Massenunterkünfte soll es laut Steinruck möglichst nicht geben.

43 ukrainische Schüler werden derzeit nach Zahlen der Aufsichtsbehörde ADD an Ludwigshafener Schulen unterrichtet, davon jeweils 20 an Grundschulen und Gymnasien, drei an Realschulen plus, wie Dezernentin Reifenberg mitteilte. Nachdem es in der Vorwoche Aufregung darum gegeben hatte, dass die Stadt nicht über Flüchtlingskinder an den Schulen informiert war, betonte Reifenberg nun, dass die Stadt als Schulträger künftig nicht nur eine Meldung über die aktuellen Zahlen von der ADD erhalten soll – ergänzend wolle man selbst bei den Schulen nachfragen.

Ersatzangebot statt Kita

In den hiesigen Kitas wird es dagegen wohl kaum Platz für ukrainische Kinder geben – angesichts von mehr als 2000 fehlenden Kita-Plätzen, langen Wartelisten und rund 80 nicht besetzten Erzieherstellen. Man sei „mit Hochdruck dabei“, Ersatzangebote aufzubauen, versicherte Reifenberg. Angedacht seien etwa Spielgruppen mit Betreuung sowie Mutter-Kind-Gruppen, die vormittags bestehende Jugendeinrichtungen nutzen könnten. Unter den Flüchtlingen befinden sich auch sieben unbegleitete Minderjährige. Diese seien zwar laut Reifenberg ohne ihre Eltern, aber dennoch zusammen mit Familienmitgliedern nach Ludwigshafen gekommen. Sie berichtet von einer „großen Bereitschaft“, Pflegestellen anzubieten. 25 Bewerber gebe es dafür bereits.

All diese neuen Aufgaben stellen die Stadtverwaltung vor große Herausforderungen – auch personell. Man helfe sich abteilungsübergreifend gegenseitig aus, sagte die Oberbürgermeisterin. Das geschehe nach Möglichkeit auf freiwilliger Basis, „an der einen oder anderen Stelle müssen wir auch abordnen“, sagte Steinruck. Zusätzliches Personal einzustellen, sei nicht möglich. Sozialdezernentin Steeg ergänzte, dass es durch diese Dauer- und Mehrfachbelastung mit den neuen Aufgaben an anderen Stellen in der Verwaltung zu Verzögerungen kommen könne.

Starter-Pakete in Stadtbibliothek

Auch die Kultureinrichtungen engagieren sich für Geflüchtete aus der Ukraine. Dazu gehören laut Reifenberg Benefizveranstaltungen im Kulturzentrum Das Haus genauso wie Starter-Pakete der Stadtbibliothek mit Druck- und Getränkegutschein. Um dem ukrainischen Online-Schulunterricht folgen zu können, gebe es zudem an verschiedenen Orten in der Stadt Computerarbeitsplätze, etwa in der Musikschule. Laut Beate Steeg soll es zudem Ferienangebote für ukrainische Kinder geben.

Im Netz

Am Mittwoch um 16 Uhr geht die Internetseite www.lucan.help online, die Hilfsangebote von Ehrenamtlichen koordinieren soll. Zur selben Zeit startet auch das „Café Welcome“ wieder. Es findet nun jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Park des Heinrich-Pesch-Hauses in der Frankenthaler Straße 229 statt.

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