Ludwigshafen 40 Jahre GML: Ein Müllheizkraftwerk wird zum Publikumsmagnet
„Wir arbeiten täglich für die Bürger der Region, und für die öffnen wir auch unsere Türen“, erklärte GML-Geschäftsführer Jochen Schütz, warum das Unternehmen seinen runden Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feierte. Und das Interesse war groß, freute sich Unternehmenssprecherin Susanne Falter. „Wir hatten Führungen im Zehn-Minuten-Takt. Mehr wäre einfach nicht gegangen. Rund 900 Gäste kamen in den Genuss eines der 60 Rundgänge.
Und die führten gleich durch zwei Kraftwerke, denn neben dem Müllheizkraftwerk gab es auch die Einrichtung für die Fernwärme zu sehen. Beide unmittelbar nebeneinander. „Und beide interessant“, befand Besucher Bernhard Großmann. Er war eigens früh aufgestanden und hatte einen der ersten Besucherplätze ergattert, für den andere deutlich länger anstehen mussten.
Krankanzel und Müllbunker
Aber auch ohne die Besichtigung von Krankanzel, Müllbunker und einem Blick in die Verbrennerkessel war auf dem Gelände einiges geboten. Darüber freute sich auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos), die allen Gästen einen „spannenden und informativen Tag“ wünschte. Für beides war gesorgt. Etwa in der Fahrzeugausstellung, in der die an der GML beteiligten Entsorgungsbetriebe ihre neusten Fahrzeuge demonstrierten.
Herausragend dabei das erste rein elektrisch betriebene Fahrzeug aus Kaiserslautern mit einer Reichweite von 500 Kilometern. Das genügt nicht nur für den nahezu geräuschlosen Betrieb während der Entsorgungsfahrten im Stadtgebiet, sondern auch noch für die Anlieferung in den Ludwigshafener Müllkessel.
Blick ins Freilandklassenzimmer
Aber der Blick hinter die GML-Kulissen zeigte auch, dass Müllwirtschaft nicht nur einsammeln und verbrennen bedeutet, sondern vor allem aus Vermeidung besteht. Ein Ansatz, der seit Jahren im Freilandklassenzimmer weitergegeben wird, das auch zum Tag der offenen Tür geöffnet hatte. Rund 3000 Schüler werden hier im Jahr unterrichtet – mit beeindruckendem Ergebnis: „Am Ende ging der Müll zum Basteln aus.“ Ein ungewöhnlicher Umstand in einem Müllheizkraftwerk, aber nicht der einzige Engpass: „Auch beim Crêpes-Stand war kein Löffelchen Teig mehr übrig“, freute sich Susanne Falter. Beides Beleg für das große Besucherinteresse und dafür, dass die Organisatoren ganz offensichtlich den Geschmack der Gäste getroffen hatten.
Geboten wurde auch ein vielfältiges Mitmachprogramm. Die Innenhöfe von GML und TWL boten dafür die optimalen Voraussetzungen. Dabei standen im Schatten des Schornsteins Speisen und Getränke im Mittelpunkt, auf der anderen Seite gab es Informationen, Mitmachspiele und vor allem ungewöhnliche Ausblicke auf das Stadtgebiet von der TWL-Arbeitsbühne, von der aus normalerweise Hochleitungen in bis zu 35 Meter Höhe gewartet werden.
Gut gesichert durften auch die Besucher diese Aussicht genießen – eine der Überraschungen, die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck versprochen hatte.