Ludwigshafen 13 500 Einsätze gefahren, 30 000 Essen geliefert
Der Ludwigshafener Kreisverband des Arbeitersamariterbunds (ASB) blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Ob Katastrophenschutz wie bei der BASF-Explosion oder Flüchtlingsbetreuung – die 72 hauptamtlichen Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun, wie aus der ASB-Jahresbilanz hervorgeht.
Auch an der Spitze der Hilfs- und Rettungsorganisation hat es in diesem Jahr einen Wechsel gegeben: Zwar ist Holger Scharff weiterhin Kreisvorsitzender, doch den Posten des Kreisgeschäftsführers hat im Oktober Daniela Düttra von Jürgen Juchem übernommen, der nach zehn Jahren im Amt den ASB verlassen hat. Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise half der Samariter-Bund gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz. Während das DRK die Notunterkunft in der Wattstraße betreute, übernahm der ASB ab November 2015 die Asylunterkunft in den beiden Leichtbauhallen auf dem Messplatz an der Heinigstraße. Dafür wurden eigens fünf hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt. Nachdem die Anzahl der Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen wurden, gesunken ist, hat die Verwaltung den Betreuungsvertrag zum Jahresende gekündigt. Zwei von den drei Hallen auf dem Messplatz werden zurückgebaut, die Bewohner auf bessere Quartiere umverteilt. Die ASB-Mitarbeiter, die Zeitverträge haben, müssen sich einen neuen Job suchen. Der Samariter-Bund beschäftigt in Ludwigshafen derzeit 72 hauptamtliche Mitarbeiter, 24 Helfer sind im Freiwilligendienst (FSJ und BFD). Über 90 ehrenamtliche Helfer sind zudem im Einsatz. Berufsausbildungen bietet der ASB in den Bereichen Altenpflegefachkräfte, Kaufleute für Bürokommunikation, Rettungshelfer, Rettungs- und Notfallsanitäter an. Im Rettungsdienst haben die ASBler über 13.500 Einsätze gefahren. Bis zu zwölf Fahrzeuge waren dabei unterwegs. Die Sanitätsdienste verbuchten in diesem Jahr 71 Einsätze. Dabei haben insgesamt 59 Helfer rund 270 Helfereinsätze mit insgesamt 2050 Stunden geleistet. Bei der BASF-Explosion im Nordhafen im Oktober waren auch Helfer im Einsatz. Die Rettungshundestaffel war nach dem schweren Erdbeben in Italien im Einsatz und half bei der Suche nach Vermissten im zerstörten Bergort Amatrice. Die Staffel basiert auf dem ehrenamtliche Engagement der Männer und Frauen sowie deren Vierbeiner n mit weit über 1000 Trainingsstunden pro Jahr. Als der nach eigenen Angaben größte Anbieter im Menüservice – früher Essen auf Rädern – hat der ASB sein Angebot laut Scharff ausgebaut. An 365 Tagen werden rund 30.000 Essen an rund 180 Kunden ausgeliefert. Erfolgreich tätig war der ASB auch beim ambulanten Pflegedienst, der weiter ausgebaut wird. Als Ergänzung wird Kunden auch ein Hausnotruf angeboten. Einkaufsdienste, Begleitung bei Spaziergängen oder Besuchsdienste runden das Angebot ab. Im kommenden Jahr soll es in diesem Bereich auch Schulungsangebote für pflegende Angehörige geben. Weiterentwickelt werden soll auch das Mentorenprogramm. Gesucht werden Bürger, die vorlesen, Patienten zu Arztterminen oder beim Einkauf begleiten. Im Bereich Erste-Hilfe-Breitenausbildung hat der ASB in diesem Jahr insgesamt 1432 Bürger in Kursen ausgebildet. Dies schlüsselt sich auf in 220 Jugendliche, 32 Schulsanitäter und 1180 Erwachsene. Damit wurde die Anzahl der Ausbildungen im Vergleich zum Vorjahr wieder gesteigert, betont Scharff. „Diesen Bereich wollen wir vor allen Dingen bei den Schulsanitätsdiensten sowie mit Angeboten an Schulen und Kindertagesstätten weiter ausbauen. Zusätzliche Angebote werden Firmenschulungen sein“, sagt der Kreisvorsitzende. Die Gebäudesanierung des ASB-Hauptquartiers in der Brunhildenstraße im Stadtteil West geht auch 2017/18 weiter. Die Umkleide- und Sanitärräume werden komplett in das Tiefgeschoss verlagert. Ebenso wird ein moderner Jugendraum eingerichtet. Als weiteres Projekt soll die Fahrzeughalle saniert werden. Neu aufgebaut und organisiert wurde seit Juni 2015 die Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) in Ludwigshafen. Aus den Lehrgängen zu Schulsanitätern haben sich 15 Jugendliche zu dieser Gruppe zusammengefunden. Sie treffen sich regelmäßig montags von 18.30 bis 20 Uhr sowie alle sechs Wochen samstags von 9 bis 15 Uhr. Einige Jugendliche beteiligen sich auch schon am Sanitätsdienst, weshalb Scharff überzeugt ist: „Der ASB Ludwigshafen ist für die Zukunft gut gerüstet.“ |mix