Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel 12 Notdächer für die Wehren in Ludwigshafen und der Vorderpfalz

An der Ludwigshafener Hauptfeuerwache wurde der Einsatz eines neuen Notdaches getestet.
An der Ludwigshafener Hauptfeuerwache wurde der Einsatz eines neuen Notdaches getestet.

Die Feuerwehren in Ludwigshafen und der Vorderpfalz haben ein neues Arbeitsmittel. Stefan Bruck als Leiter der Feuerwehr Ludwigshafen und seine Kollegen können nun Dächer innerhalb von 20 Minuten abdichten. Möglich wird dies durch eine Spende der Versicherungskammer Bayern von zwölf Notdächern, die in der Wache II in Oppau gelagert sind und den Wehren im gesamten Feuerwehrverband zur Verfügung stehen.

„Auslöser war ein Hagelereignis in Bayern“, verriet Florian Ramsl, Referent für Feuerwehrförderung des Versicherers. Rund 150 Millionen Euro Schaden hatte der Sturm im Jahr 2019 verursacht, dabei unzählige Dächer beschädigt und abgedeckt. „Damals mussten die Feuerwehren die Dächer notdürftig abdichten, aber die nötigen Planen waren schwer zu bekommen.“ Deshalb habe man nun in der Pfalz vorgesorgt.

Dabei sind die Notdächer, die praktisch wie ein Fallschirm über dem Dachstuhl ausgebreitet werden, keine völlige Innovation. „Das ist genau das gleiche Material wie bei unseren bisherigen Planen“, so Bruck. Neu seien allerdings die Aufhängung und die angebrachten Seile, durch die die Plane nun mit der Drehleiter und den Kollegen von unten gezielt angebracht werden könne. „Das geht damit schneller und es muss kein Kollege auf dem Dach herumklettern und sich dabei selbst in Gefahr bringen“, sagt der Leiter der Feuerwehr Ludwigshafen. Und auch Hans-Georg Balthasar als Vorsitzender des Feuerwehrverbands aus neun Gebietskörperschaften von Frankenthal bis an die französische Grenze freute sich über die Spende.

Anforderung bei Bedarf

„Wir haben uns für die zentrale Lagerung in Ludwigshafen entschieden, wo die Wehren die Notdächer bei Bedarf anfordern können.“ Und Bruck freute sich über das Vertrauen der Kollegen: „Wir sind als Wache an jedem Tag 24 Stunden besetzt. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Notdächer als Lagerort.“

Rund 60 Kilogramm wiegt die innovative Plane, die es in zwei Größen gibt: 15 auf 15 sowie 16 auf 18 Meter. Weil ein Notdach über mehrere Wochen oder sogar Monate Wind und Wetter ausgesetzt ist, sei die Plane häufig nicht mehr wiederverwertbar. „Aber sie hat ihren Dienst damit ja dann auch getan“, sagt Florian Ramsl. Rund 900 Euro kostet ein solches Notdach. Die Gesamthöhe der Sachspende belaufe sich damit auf rund 10.000 Euro.

„Wir werden bei Neuanschaffungen auch unsere vorhandenen Planen nach und nach durch solche Notdächer ersetzen“, kündigte Stefan Bruck an. Dass diese in Zukunft gebraucht werden, steht für ihn fest. „Starkregenereignisse mit Wind werden zunehmen.“ Außerdem seien die Notdächer auch zur Absicherung nach einem Dachstuhlbrand geeignet.

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