Wochenspiegel
Über einen Piks in der Stadt
Mit Piks
Was für eine Aufregung Anfang der Woche. Alle Welt wartet auf die Corona-Rettung durch eine Impfung. Die Stadt stellt auch die Weichen, was für alle gut 170.000 Ludwigshafener sehr wichtig ist. Dass die Wahl für einen Impfzentrum-Standort auf die Eberthalle fiel, ist nachvollziehbar. Dort hat man viel Platz, die Anbindung passt. Aber in der Eile gerieten die Handballer der Eulen in Vergessenheit. Denn die Bundesligaspieler sorgen deutschlandweit dafür, dass Ludwigshafen nicht nur wegen der BASF und den Hochstraßen im Gespräch ist. Und so wurde der Anschein vermittelt: Sorry, ihr lieben Sportler. Ihr seid zwar sehr wichtig und wir kommen gerne zu den Spielen und zum Feiern, aber jetzt gehen Corona und Gesundheitsschutz vor. Rumms. Das saß. Sorgenvolle Mienen bei den Eulen, die Existenz des Vereins war in Gefahr. Bis am Dienstag weißer Rauch aufstieg. So schlimm kommt es nun doch nicht. Die Ludwigshafener bekommen ihren Piks zwar in der Stadt, aber rund um die Impfstraßen wird es Platz für Bundesligahandball geben. Man konnte das erleichterte Seufzen fast hören, das in dem Moment durch die Stadt ging. Happy-End nach ganz viel Drama. Fast wie in Hollywood. Wobei man einem Regisseur vorhalten würde, etwas zu dick aufgetragen zu haben. Sei’s drum, wir freuen uns. Ende gut, alles gut. Und vielleicht ergibt sich ja noch eine Piks-Kooperation und die Ärzte drohen den Gegnern mit der Spritze, wenn sie den Eulen zu sehr auf die Pelle rücken.
Mit sieben
Apropos Hollywood. Da gibt es ja den legendären Western „Die glorreichen Sieben“, in dem sieben Männer den Kampf gegen eine Bande aufnehmen, die ein mexikanisches Dorf ausplündert. Nachdem die Banditen verjagt worden sind, reiten zwei der verbliebenen Revolvermänner am Ende davon. Was das mit Ludwigshafen zu tun hat? Viel. Hier wurden vor 100 Jahren schon Western gedreht. Unter anderem der Streifen „Bull Arizona“, der ebenfalls im mexikanisch-amerikanischen Grenzgebiet spielt. In Wirklichkeit wurde unter anderem im Maudacher Bruch gedreht. Der Regisseur ließ Mitglieder des Athletenclubs im Hemshof die Trapper und Indianer darstellen, was ihnen den Spitznamen „Hemshof-Indianer“ eintrug. Der Hemshof ist also ein gutes Pflaster für Western. Und dort findet gerade eine Neuauflage der „Glorreichen Sieben“ statt.
Das Stück ist diesmal in der Kommunalpolitik angesiedelt und dank der Emanzipation spielen neben vier Männern auch drei Frauen eine Hauptrolle. Alle sieben wollen im Januar Ortsvorsteher werden. Kurioserweise kommen auch einige der Kandidaten aus dem gleichen Stall, zum Beispiel bei den Grünen. Der erste Showdown findet am 10. Januar statt. Bekommt keiner der sieben Kandidaten eine absolute Mehrheit, dann geht’s 14 Tage später ins glorreiche Finale. Ein klassisches Duell der beiden Übriggeblieben. Wir sind gespannt, für wen es ein Happy-End gibt.