Ludwigshafen Über 10.000 Läufer beim Dämmermarathon von Mannheim nach Ludwigshafen am Start

10 200 Läufer schlängeln sich beim Dämmermarathon durch die Straßen von Mannheim und Ludwigshafen. Das sind 1000 weniger als 2015. Die 15-minütige Startverzögerung kann niemand erklären.
Kurz vor dem Marathonstart gestern beim SRH-Dämmer-Marathon wurde es im Start- und Zielbereich vor dem Mannheimer Rosengarten hektisch. Ordner drängten die gerade ins Ziel eingelaufenen Athleten des 10-Kilometer-Laufes zur Seite, um einen reibungslosen Start des Marathons durch Mannheim und Ludwigshafen zu ermöglichen. Dessen Beginn verzögerte sich nämlich um 15 Minuten – warum, war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht zu erfahren. Bis dann die letzten Teilnehmer von Marathon und Halbmarathon die Startlinie passiert hatten, war es bereits nach halb acht. Der Start erfolgte in mehreren Blöcken, um das Gedränge zu entzerren. Los gehen sollte es eigentlich 19 Uhr. Den beiden Favoriten im Marathonlauf bei den Männern, Hosea Tuei und Vincent Kipchumba, schien die Verzögerung wenig auszumachen. Die beiden Kenianer setzten sich schon zu Beginn des Rennens über die 42,195 Kilometer an die Spitze des Feldes. Gefolgt vom Geheimfavoriten Isaac Kibrom, einem im vergangenen Sommer aus Eritrea nach Deutschland gekommenen Flüchtling. Kibrom konnte bei seinem Marathon-Debüt bis Kilometer 15 folgen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Firaa’ol Eebbisaa (Äthiopien) sich an die Spitze des Rennes gesetzt. Er wurde jedoch schnell wieder eingefangen, verlor anschließend den Anschluss an Tuei und Kipchuma. Kurz nach dem Passieren der Halbmarathonmarke konnte sich Tuei dann von seinem Landsmann absetzen – und lief fortan ein einsames Rennen an der Spitze. Den Streckenrekord von Werkuneh Seyoun Aboye (Äthiopien) aus dem Jahr 2012 (2:17:35 Stunden) konnte Tuei allerdings nicht verbessern. Er kam nach 2:20:50 Stunden im Ziel an. Konkurrent Kipchuma ist irgendwo in Ludwigshafen ausgestiegen, Eebbisaa wurde schließlich Zweiter (2:26:19). Deutsche Marathonstarter konnten dieses Jahr nicht an der Spitze mitlaufen. Die Stars der nationalen Laufszene wie Arne Gabius oder die Hahner-Zwillinge Anna und Lisa bereiten sich auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im August vor. Im vergangenen Jahr hatte bei den Frauen überraschend Miriam Ostermann (3:11:26 Stunden) gewonnen. Die Studentin an der Universität Mannheim hatte jedoch auch ein bisschen davon profitiert, dass es bei den Läuferinnen aus Ostafrika im Vorfeld Visa-Probleme gegeben hatte, sodass diese nicht teilnehmen konnten. Dieses Jahr war Ostermann nicht am Start. Im Halbmarathon gab es zuvor Siege für die deutschen Starter. Falk Cierpinski aus Halle an der Saale, Sohn des zweimaligen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski (1976 und 1980) und Benedikt Hoffmann aus Ulm liefen bis etwa Kilometer 20 zusammen. Dann setzte sich Cierpinski mit einer Tempoverschärfung ab – und siegte schließlich in 1:08:27 Stunden vor Hoffmann, der rund drei Sekunden später die Ziellinie passierte. „Es war bei den windigen Bedingungen nicht einfach“, sagte Cierpinski. Den Halbmarathon bei den Frauen gewann Lea Düppe von der MTG Mannheim (1:22:36 Stunden). Düppe, eine aus Freiburg stammende und in Mannheim studierende Läuferin, lief trotz Seitenstechen und Nasenbluten auf den letzten drei, vier Kilometern einem ungefährdeten Sieg entgegen. „Als Lokalmatadorin zu gewinnen, ist natürlich sehr schön“, sagte die 24-Jährige. Sie hatte gehofft, dass keine flotten Afrikanerinnen am Start sind – und sich dann ihren zweiten Sieg in Mannheim nach 2013 als Ziel gesetzt. Insgesamt waren bei den diversen Kinderläufen, dem erstmals gestarteten 10-Kilometer-Lauf sowie dem (Halb-)Marathon, Duo- und Teammarathon gestern mit etwa 10.200 Läufern rund 1000 Teilnehmer weniger als im vergangenen Jahr dabei. Christian Herbert, Geschäftsführer der m3-GmbH, dem Veranstalter des Marathons, führt den Rückgang bei den Teilnehmerzahlen bei diesem Breitensportereignis auf den ungünstigen Termin in den zweiwöchigen Pfingstferien zurück. „Man merkt, dass viele Leute im Urlaub sind. Aber ein anderer Termin war nicht möglich“, sagte Herbert. Bis vergangenen Dienstag lief in Mannheim der Maimarkt, am letzten Wochenende der Pfingstferien findet das Mannheimer Stadtfest statt. „Es ist halt ein sehr enger Terminkalender“, sagte Herbert.