Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ärger um Schäden durchs Filmfestival

Die Zelte sind weg, der Boden ist gezeichnet.
Die Zelte sind weg, der Boden ist gezeichnet.

Das Filmfestival auf der Parkinsel ist vorbei. Doch der Abspann läuft noch: Anwohner und Naturschützer kritisieren die Belastung der Natur durch die Zeltstadt. Die Stadtverwaltung hält hingegen die Auswirkungen für vertretbar.

Das Gelände im Stadtpark ist mittlerweile geräumt. Die Zeltstadt ist abgebaut. Am Wochenende wurde noch letzter Abfall eingesammelt. Doch die Spuren des Festivals sind noch immer zu sehen: Im Uferbereich, wo zwei Freiluftkinos standen, haben schwere Fahrzeuge tiefe Reifenspuren hinterlassen. Auf der Wiese im Stadtpark ist der Boden durch das Gewicht von zwei Kinozelten, Containern und dem Gastrobereich verdichtet worden. Mit über einem Meter langen Erdnägeln waren die Metallgerüste der Zelte im Boden verankert. Anwohner halten die Ausrichtung des Festivals in einem Landschaftsschutzgebiet für nicht vertretbar und haben sich mit einer umfangreichen Bilddokumentation an die Stadt gewandt.

Kritisiert wird auch, dass die Abstände von Zelten und den Containern zu Bäumen und Hecken nicht eingehalten worden seien. Durch die Erdnägel werde das Wurzelwerk der alten Platanen beschädigt. Schwerstes Gerät wie ein Autokran oder ein Teleskopstapler mit einem Leergewicht von knapp 11,5 Tonnen kamen zu Einsatz. Dadurch sei der Boden massiv verdichtet worden. Das Rheinvorlandgelände mit Wiesen und Schilf sei zerstört worden.

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BUND plädiert für Pausen

Mit ihrer Meinung stehen die Anwohner nicht alleine da: Auch Naturschutzverbände wie die BUND-Kreisgruppe Ludwigshafen monieren Beeinträchtigungen der Natur durch Aufbau und Betrieb des Festivals. Für Insekten sei die abendliche Beleuchtung eine Falle. Der Lärm vertreibe Vögel und Fledermäuse. Der Boden werde durch die Verdichtung steinhart. Die Naturschützer haben deshalb schon im Vorfeld vorgeschlagen, das Festival nur alle drei Jahre im Stadtpark stattfinden zu lassen, damit sich die Natur erholen kann. Stattdessen könne das Festival wechselweise auch auf dem Festplatz am Ebertpark oder vor der Rhein-Galerie stattfinden.

Die Stadtverwaltung kennt die Kritik und überlegt, einen Ortstermin mit den Kritikern des Festivals zu machen. Der Boden soll durch 1000 Bohrungen gelockert und belüftet werden, damit die Bäume sich erholen können. Die Löcher sollen anschließend mit natürlichen Stoffen verfüllt werden. Um die Belastung gerade hinsichtlich der Bodenverdichtung im Park gering zu halten, mussten vom Veranstalter Druckverteilungsplatten genutzt werden, um die Belastung niedriger zu halten. Dies sei kontrolliert worden. Auch die Verwaltung wolle die Beeinträchtigungen für die Natur in Grenzen halten. Die Abstände der Zelte und Container zu den Bäumen seien im Vorfeld besprochen und wie geplant umgesetzt worden. Die Anordnung der Zelte sei in den Aufbauplänen festgelegt worden.

Stadt: Ausmaß vertretbar

Das Material für die Zelte werde mit Großfahrzeugen angefahren, zwischengelagert und dann mit kleineren Fahrzeugen oder von Hand auf der Fläche aufgebaut. „Allerdings war das Befahren der kompletten Wiese bis dicht an die Bäume so nicht gestattet“, sieht auch die Stadt einen Verstoß des Veranstalters. „Nach wie vor bewertet die Verwaltung die Ausmaße des Festivals als vertretbar. Es gilt dabei immer, unterschiedliche Güter und Interessen abzuwägen und Kompromisse zu finden. Aus diesem Grund wurde die Veranstaltung genehmigt“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus.

Der BUND könne sich mit seinen Vorschlägen an die Stadtverwaltung wenden, damit sie bei den Planungen für das Festival 2022 einbezogen werden können. „Wir verstehen die Sorgen der Bürger und stehen deshalb von Beginn an mit dem Veranstalter eng im Dialog. Zudem arbeiten alle Beteiligten daran, dass Auf- und Abbauarbeiten zum Filmfestival so störungsfrei wie möglich ablaufen“, heißt es weiter. Es gebe klare Bedingungen, um die Natur auf der Parkinsel zu schützen.

Spuren hinterlassen: Schäden am Rheinvorlandareal.
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Anwohnern stehen die Zelte zu nah an den Bäumen.
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Hier befanden sich die Freiluftkinos.
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