Ludwigshafen
Nach dem Filmfestival: Renaturierung für 15.000 Euro
Außerdem soll das Areal aufgearbeitet werden. Die Gesamtkosten veranschlagt die Stadt mit rund 15.000 Euro, die vom Veranstalter bezahlt werden müssen. „Wir kontrollieren täglich den Abbau. Der Boden ist jetzt verdichtet und hart“, erläutert die Leiterin des Grünbereichs, Gabriele Bindert. Nach dem Abtransport der Zelte und Bodenplatten werde die Fläche aufgelockert. Voraussetzung dafür seien aber Regenfälle, die den Untergrund wieder aufweichen. „Der Boden lässt sich sonst nicht auflockern. Die Wurzeln der Bäume sind relativ dicht unter der Oberfläche. Wir können da nicht einfach mit einer Fräse rein“, sagt Bindert.
Das Erdreich soll bis in eine Tiefe von maximal 20 Zentimetern aufgelockert werden. Die Fahrzeugspuren im Boden sollen dabei eingeebnet werden. Danach werden rund 1000 Löcher in den Untergrund gebohrt, die mit Pilzen und mineralischen Stoffen gefüllt werden, damit Luft und Wasser in die unteren Bodenschichten dringen können. Die sogenannte Filmfestivalwiese soll wie in den vergangenen Jahren nicht mit Rasen nachgesät werden. Stattdessen soll eine Naturwiese entstehen, sagt Bindert.
Kritik von Anwohnern
Das Bohrverfahren, um den Boden und das Wurzelwerk von Bäumen zu beleben, ist relativ neu und wurde auf dem Ludwigsplatz in der Stadtmitte und auch bei Straßenbäumen erprobt – mit Erfolg, wie die Grünbereichsleiterin sagt. Auf harten Flächen versickere sonst nicht genug Wasser für die Pflanzen. Bindert rechnet mit einer Erholung der Filmfestivalfläche bis zum Frühjahr.
Anwohner hatten das Filmfestival als „zu laut, zu groß und zu lang“ kritisiert. Außerdem wurde moniert, dass die Massenveranstaltung im Landschaftsschutzgebiet stattfand. „Ich halte das Festival mit den flankierenden Maßnahmen für vertretbar. Es darf aber nicht mehr werden und sich weiter ausdehnen“, sagt Grünbereichsleiterin Bindert.
Letzteres fordert auch Süd-Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU), bei dem zirka 20 Beschwerden von Anwohnern eingegangen sind. Neben dem Umweltaspekt sei es dabei auch um Verkehrsregelungen, Knöllchen für Anwohner sowie Auflagen für den Veranstalter gegangen. Heller will sich mit Filmfestivalchef Michael Kötz und Verantwortlichen der Stadt nach dem Abbau treffen, um Bilanz zu ziehen.