Ludwigshafen
Ludwigshafen: Wildes Parken auf Wochenmarkt soll eingedämmt werden
Frische Waren, schöne Atmosphäre: Mittwochs und vor allem samstags ist der Friesenheimer Wochenmarkt eine beliebte Anlaufstelle, auch für Menschen aus anderen Stadtteilen. Das Problem dabei: „Die Leute parken, wie sie lustig sind“, beschrieb Reinhard Herzog (CDU) die unhaltbare Situation am Dienstagabend im Ortsbeirat. Nun soll es einen Ortstermin geben, um gegen das wilde Parken vorzugehen.
„An die Beschilderung wird sich nicht gehalten. Wir haben hier einen rechtswidrigen Zustand. Da müssen wir durchgreifen“, erklärte Reinhard Herzog den Grund für den CDU-Antrag zur „Parksituation an Markttagen“. Bei dem nun zu vereinbarenden Gesprächstermin sollen sich Vertreter der Ortsbeiratsfraktionen sowie Verantwortliche der Stadtmarketinggesellschaft Lukom als Marktbetreiberin ein Bild von der Lage verschaffen und anschließend über Lösungsansätze diskutieren.
Kein Durchkommen auf Straßen und Gehwegen
Durch Falschparker werde nicht nur die Nutzung der Gehwege erschwert, speziell für Menschen mit Rollatoren oder in Rollstühlen sowie für Eltern mit Kinderwagen. Auch für Busse oder Lkw gebe es auf der Sternstraße häufig kaum noch ein Durchkommen. „Das kriegen wir nur in den Griff, wenn wir den Kontrolldruck erhöhen“, sagte Eva Kraut (SPD). Problematisch sei die Situation vor allem an den wesentlich stärker besuchten Markt-Samstagen. Kontrolleure des Ordnungsamts würden vor Ort zu selten gesichtet. Unterm Strich gehe es aber nicht ums Abkassieren, sondern ums Thema Sicherheit sowie darum, dass Rettungsfahrzeuge und Busse ungehindert durchkommen – ganz im Sinne eines reibungslosen und pünktlichen Nahverkehrs, ergänzte Krauts Parteikollege Christian Schreider. Ähnlich äußerte sich Thorsten Ralle (CDU): „Es geht darum, den laufenden Verkehr nicht zu unterbinden.“ Ein Lösungsansatz könnte es sein, in Absprache mit der Lukom „temporären Parkraum“ während der Marktzeiten zu schaffen.
Shuttleverkehr in die Sternstraße?
Anna Trauth von der SPD brachte für die Zukunft einen E-Busshuttle ins Spiel, wie er bereits in Frankreich eingesetzt werde. Dieser könnte Marktbesucher an Sammelparkplätzen außerhalb abholen und zum Wochenmarkt bringen. Damit, so Trauth, könnte das wilde Parken eingedämmt und die Umweltbelastung verringert werden. Markttage in Friesenheim sind mittwochs und samstags jeweils von 7 bis 12.30 Uhr.
Kommentar: Fluch und Segen
Ein attraktiver Wochenmarkt ist Fluch und Segen zugleich. Das zeigt das Beispiel Friesenheim.Der Friesenheimer Wochenmarkt ist für viele Ludwigshafener der schönste in der Stadt. Weil das Angebot stimmt und die Atmosphäre vor allem samstagmorgens trubelig bis heiter ist. Ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen dort – das macht Laune. Die Kehrseite der Medaille: Der große Zulauf bringt ein Problem mit sich: wohin mit dem Auto? Es einfach irgendwo abzustellen, auch wenn es nur ein paar Minuten sind, ist jedenfalls keine Lösung, denn: Halteverbote gelten natürlich auch an Markttagen. Es ist ohnehin sinnvoller, mit dem Rad oder der Straßenbahn zu kommen. Das entspannt die Situation für alle. Auch ein E-Shuttle-Service ist eine Überlegung wert. Es wäre ein kleiner Schritt hin zu einem großen Vorhaben, das sich Verkehrswende nennt.