Landau Zwei neue Fahrradstraßen

Die Fortstraße wird bald Fahrradstraße.
Die Fortstraße wird bald Fahrradstraße.

Die vor allem von vielen Schülern und Studierenden genutzte Fahrradstraße An 44 hat sich bewährt, so die Einschätzung von Baudezernent Maximilian Ingenthron. Die Fahrradstraße soll jetzt in der Straße Am Kronwerk und in der Fortstraße fortgeführt werden, weil das Aufkommen beim Fahrradverkehr von und in Richtung Uni hoch ist. Dies hatte die SPD im Februar beantragt, und diesen Teil des Vorschlags haben alle Fraktionen im Bauausschuss unterstützt. Vorrangnetz bedeutet, dass ein bestimmter Verkehrsträger bevorzugt wird. Fahrradstraßen dürfen zwar auch von Kraftfahrzeugen befahren werden, aber diese haben keinen Vorrang mehr. Im konkreten Fall gibt es jedoch ein Problem: die Überquerung des Nordrings, wo der Autoverkehr Vorrang hat. Das Problem will die Stadt mit dem Bau eines Minikreisels auf dem Nordring lösen. Der soll zunächst provisorisch angelegt und, wenn er sich bewährt, dauerhaft gebaut werden. Das könnte Ende 2019 passieren, so Ralf Bernhard, Leiter der Abteilung Mobilität. Er erwartet, dass der Kreisel die Fahrgeschwindigkeit „extrem runterbringt“. Nur einer mochte die Begeisterung für den Minikreisel nicht teilen: CDU-Mann Michael Schreiner, der von Beruf Fahrlehrer ist. Er fürchtet, dass Radfahrer, die jetzt schon „einfach über die Straße fahren“, den Minikreisel als Vorfahrtsberechtigung interpretieren und sich selbst und andere in Gefahr bringen. Die Kreuzung von Fortstraße und Am Kronwerk wird als Mischverkehrsfläche angelegt, die von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt werden kann. Dort gilt dann rechts vor links, ohne dass es eigens ausgeschildert wird. Nach Angaben von Bauamtsleiter Christoph Kamplade wird die Kreuzungsfläche zunächst vermutlich eingefärbt, später möglicherweise gepflastert, um auf die Besonderheit aufmerksam zu machen. Zwei Zufahrten von der Straße Am Kronwerk auf den Parkplatz Alter Messplatz werden zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geschlossen. Der Radfahrstreifen auf dem Messplatz entlang der Fortstraße soll künftig wegfallen. Er soll als Hol- und Bringzone für Eltern genutzt werden, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren – also für die sogenannten Elterntaxis. Für problematisch hält die Verwaltung die Kreuzung der Fortstraße mit dem Nordring, die von vielen Radlern und Fußgängern genutzt wird. Eine Verbesserung dort wäre aufwendig, so Bernhard. Ingenthron hält sie über kurz oder lang aber für nötig, auch wenn eine bauliche Lösung dort nicht billig werde. Er denkt darüber nach, eine Radspur bis zur Pestalozzistraße anlegen zu lassen und eine Anbindung an die Waffenstraße zu prüfen, in der dann ebenfalls die Radler Vorrang bekämen.

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