Landau Zum Projekt: Stefan Weillers Kunst
Eigentlich hat die ganze Geschichte mit einer Geschichte begonnen. Stefan Weiller, vor 46 Jahren im südpfälzischen Herxheim geboren und heute Frankfurter, hat lange als Journalist gearbeitet. Für eine Lokalzeitung sollte der studierte Sozialpädagoge eine Reportage über eine Frau im Hospiz schreiben. Die Schwerkranke überraschte ihn mit ihrer Lebensfreude und großer Lust an Schlagerfreude. So berichtet es Weiller, der nach dem Gespräch mit der alten Dame – „zwischen großer Ernsthaftigkeit und einer geradezu schlagerhaften Leichtigkeit“ – die Idee hatte, Lebensmusiken und Lebensgeschichten zu sammeln. Er verbindet beides zu einem Konzert und möchte damit einen sensiblen Zugang zu den letzten Lebensräumen öffnen. Im Jahr 2016 wurde er vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. „Die ,Letzten Lieder’ entstehen über viele Monate hinweg“, betont Weiller. Das ist auch in Landau so. Deshalb ist das Projekt weit mehr als ein Benefiz-Abend. Der Autor spricht von einem regional bezogenen Gesamtkunstwerk aus Text, Musik, Video und Licht. „Es entspringt aus der Mitte der Region.“ Weitere Kunstprojekte waren zum Beispiel 2009 „Deutsche Winterreise“ über das Leben auf der Straße, 2012 „Wiegenlieder – von der Sehnsucht nach Ruhe und Schlaf“ zum Thema häusliche Gewalt und 2014 „Die schöne Müllerin“ über unerfüllte Liebe.
