Landau Wochen gegen Rassismus mit Digitalprogramm
Das Veranstaltungsprogramm hat der Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz gemeinsam mit dem Haus der Familie, der Stadt, den Jusos und dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Landau zusammengestellt.
Zur Eröffnung am 14. März und am 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, wird die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ auf dem Rathausplatz gezeigt. Diese Ausstellung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten – seit 1985 die siebte Auflage – nimmt die neofaschistischen und rassistischen Entwicklungen in Deutschland anhand von Fotos neofaschistischer Veranstaltungen, Demonstrationen und wichtiger Akteure auf 25 Tafeln in den Fokus.
Film über Ankommen in Deutschland
Am 16. März wird dank der Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung der Dokumentarfilm „Wir sind jetzt hier“ des Regisseurs Niklas Schenk gezeigt. Sieben junge geflüchtete Männer erzählen von ihrem Ankommen in Deutschland – von lustigen und beglückenden Momenten und von Momenten tiefster Verzweiflung, von ihren Ängsten und wie sie mit ihnen umgegangen sind, von Rassismus und von der Liebe. Im Anschluss an den Film haben die Zuschauer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit dem Regisseur sowie Najib Fazit, einem der Protagonisten, ins Gespräch zu kommen.
Am 17. März geht es in einer Onlinegesprächsrunde um die Diskriminierung von Menschen mit HIV, vor allem in Verbindung mit Queerfeindlichkeit. Auch im 21. Jahrhundert müssen sich an HIV erkrankte Menschen noch oft Vorurteile anhören. Der Grund: mangelnde Aufklärung. Doch vorher kommt das? Dazu spricht Mark Blattner von der Aidshilfe Landau. Am 22. März folgt eine weitere Gesprächsrunde, diesmal zum Thema „Gelernt aus der Geschichte? Antisemitismus in Deutschland“. Das Thema soll besonders unter den Entwicklungen während der Pandemie beleuchtet werden. Redner ist Bijan Razavi von der Bildungsstätte Anne Frank.
„Lichter gegen das Vergessen“ auf Rathausplatz
Zum internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März ist ein Treffen auf dem Rathausplatz geplant, bei dem „Lichter gegen das Vergessen“ erleuchten werden sollen, um der Opfer rassistischer Gewalt in Deutschland zu gedenken und auf die häufig lebensbedrohlichen Gefahren von Rassismus, aber auch alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hinweisen. Nach kurzen Redebeiträgen werden gemeinsam die Namen der 316 Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1945 verlesen und für jedes Opfer Kerzen entzündet.
Nach der sehr guten Resonanz zu dem Vortrag „Der Rassist in meinem Kopf – Wie kommt er da rein? Wie werde ich ihn wieder los“ von Björn Eisenmann im vergangenen Jahr wird der Vortrag nun als interaktiver Workshop angeboten. Die Teilnehmer werden praktische Tipps mitnehmen können, um dem Aufkommen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Alltag vorzubeugen. Zum Abschluss konnten die Organisatoren den Berliner Verein Tadel verpflichtet, vielen bekannt durch seine Publikation „Sag was – Radikal höflich gegen Rechtspopulismus“, für ein Onlinetraining gewinnen. Gemeinsam wird diskutiert und geübt, wie sich die Ansätze radikaler Höflichkeit gegen Rechtspopulismus im Alltag anwenden lassen. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung verpflichtend.
Info
Das Anmeldeformular für die Onlineveranstaltungen ist unter dem Kurzlink https://bit.ly/35R1LeV zu finden.