Landau Wo Frankenstein Hochzeit hält

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Edesheim. Der Keller (lateinisch cella) ist nach Definition der Internet-Enzyklopädie Wikipedia „ein geschlossenes Gebäudeteil, das sich ganz oder überwiegend unterhalb der Erdoberfläche befindet. In unserer Serie geht es heute um den Keller, der ehemals dem Verein Südliche Weinstraße gehörte. Bewirtschaftet wurde der Keller viele Jahre lang von Magda Schneider aus Edenkoben. Heute gehört er dem Weingut Provis Anselmann.

Er hat schon seine Geschichte der große Gewölbekeller unter dem Areal des Restaurants „Goldener Engel“ in Edesheim. Schon im Jahr 1556 wurde auf dem Grundstück das Haus errichtet, das an der Staatsstraße liegt. Der Keller ist nach Meinung von Experten nicht ganz so alt. Er entstand wohl Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihre Renaissance erlangten die Katakomben als sie sich von 1973 an im Besitz des Vereins Südliche Weinstraße befanden. Dieser nutzte den Tiefbau als seinen Weinkeller. Zur Eröffnung im September 1973 reiste sogar der damalige Ministerpräsident Helmut Kohl an. In der Folgezeit gaben sich dort zahlreiche mehr oder weniger bekannte Größen aus Politik, Wirtschaft, Schauspiel und Gesang ein Stelldichein. Nach dem Rückzug des Vereins 2011 und dem Verkauf an das Edesheimer Weingut Provis Anselmann wurde es still um das Gewölbe. Im Namen des jetzigen Besitzerweingutes wird mit dem Wort „Provis“ Geschichte lebendig, besonders auch Kellergeschichte, wie Sandra Anselmann berichtet. Sie ist die Tochter von Weingutschef Paul Anselmann und hat 2013 das bis dahin von den Eltern geführte Restaurant „Goldener Engel“ übernommen. „Früher ging es um die Provision, also den Teil oder auch den Zehnten ihres Erwirtschafteten, den die Bauern an die hohen Herren abgeben mussten“, erklärt die junge Frau. Steife Empfänge gehören der Vergangenheit an. Gefragt sind moderne „Events“. Aber beißt sich das nicht mit dem altehrwürdigen Gemäuer? „Ganz im Gegenteil“, sagt Sandra Anselmann. „Ein solcher Gewölbekeller biete vielfältige Möglichkeiten. „Das Alte und das Neue schließen sich hier überhaupt nicht aus, sie ergänzen sich vielmehr und sind für Events geradezu prädestiniert.“ Wie Alt und Neu zusammenpassen wird auch gleich deutlich, wenn man von der Treppe herab ins „Weinkabinett“ tritt. Es ist zu einem modernen, einladenden Foyer mit Buffetbereich geworden. Im großen Keller erinnern noch immer die an der Wand angebrachten Wappenteller aller Gemeinden und Städte der Südlichen Weinstraße an die „Kreis-Vergangenheit“. Dies möchte Sandra Anselmann auch nicht ändern. Heimelig wird es in der Kamin-Lounge, die ebenso angenehm integriert ist, wie der unauffällige und kleine Küchenbereich. Dass unlängst sogar ein einer Romanvorlage entsprungener künstlicher Mensch hier einkehrte, können viele Zeugen des denkwürdigen Schauspiels belegen. Als Höhepunkt seiner Hochzeitsfeier wurde nämlich einem Brautpaar stilecht im düsteren Keller „Frankensteins Braut“ präsentiert. Aber auch andere wissen das steinerne Monument zu schätzen. So gehörten Filmschauspieler Mario Adorf oder Schlagersänger Tony Marshall zu den Gästen. Eine Herkulesaufgabe wollen die Anselmanns im kommenden Jahr anpacken: Die über dem Gewölbekeller liegenden Fachwerkgebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert sollen saniert werden. Es sollen Gästezimmer eingerichtet werden. Serie im keller Liebe Leserinnen und Leser: Wenn Sie einen besonderen Keller kennen, melden Sie sich doch einfach bei uns unter der E-Mail-Adresse marktsuew@rheinpfalz.de.

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