Landau WM-Geflüster: Sogar die Nonnen total begeistert

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Carmenza Herrera de Weber stammt aus Kolumbien und ist von klein auf mit Fußball vertraut. „Ich bin die Älteste von neun Geschwistern und habe sieben Brüder“, erzählt sie. „Ich komme aus armen Verhältnissen und das einzige Spiel damals in unserem Viertel in Bogota war Fußball. Wir hatten keinen richtigen Ball, nur einen selbst gemachten aus Zeitungspapier und kaputten Strümpfen, und unser Tor bestand aus zwei Steinen.“ Heute wohnt sie in Gleisweiler und wenn sie sich dieser Tage die Spiele der Fußball-WM anschaue, freue sie sich natürlich, dass Los Cafeteros, die kolumbianische Elf, mit dabei sind. Doch Prunk und Pracht rund um die Spiele, nicht zu reden von den Unsummen, die für Stadienbauten ausgegeben wurden, betrachtet sie sehr, sehr kritisch. Natürlich freue sie sich, dass ihr Land gegen Griechenland 3:0 und gegen die Elfenbeinküste 2:1 gewonnen habe – „aber ich habe ein zwiespältiges Gefühl“. Gebe es doch in Kolumbien sehr viele politische und wirtschaftliche Probleme, ebenso wie in anderen Teilnehmerländern. Die Spiele seien nur eine kurze Ablenkung, „die Probleme in den Ländern bleiben“. Ablenken ließen sich freilich sogar die Nonnen in Medellin, die, so Herrera de Weber, dort ein Straßenkinderprojekt leiten und „total fußballbegeistert“ seien. „Die kennen alle Fachbegriffe.“ Das Projekt habe ihr Ehemann Hartwig Weber ins Leben gerufen. „Die Nonnen sagen, wenn Deutschland spielt, dann denken sie an ihn.“ (ovi)

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