Landau Wie wär’s mit Asien?

Erst seit einer Woche weiß Marco Betsch aus Landau, wo genau in Thailand er die nächsten elf Monate im Einsatz sein wird. Auf ihn wartet die Provinz Phang Nga im Süden des Landes, die von dem Tsunami im Jahr 2004 schwer getroffen wurde. Bereits im November erhielt der 20-Jährige von der Entsendeorganisation „AFS Interkulturelle Begegnungen“ nach einem Auswahlverfahren die Zusage. Damit stand seinem Freiwilligendienst in Thailand nichts mehr im Weg. Sein Traum von einem längeren Auslandsaufenthalt wird also wahr. Wie wär’s mit Asien? Die Entscheidung, Thailand als Zielort seines Freiwilligendiensts zu wählen, habe er aus einem Impuls heraus getroffen. Nachdem er das Abitur am Landauer Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) im März geschafft hatte, konzentrierte er sich auf die Vorbereitung der Reise. Er kümmerte sich um Reisepass, Visum und Versicherung. Außerdem standen wichtige Impfungen an, zum Beispiel gegen die Infektionskrankheit Typhus. „Ich bin gerne unter Leuten und freue mich schon darauf, mit den Menschen in Thailand in Kontakt zu kommen“, berichtet der Landauer. Er mag Reis und isst gerne scharf – das sind schon mal gute Voraussetzungen für einen Aufenthalt in dem asiatischen Land. Darüber hinaus hat er eine richtige Kameraausrüstung. So kann der begeisterte Fotograf all seine Erlebnisse festhalten. In der Provinz Phang Nga wird Betsch bei einer Gastfamilie wohnen und als Lehrerassistent an einer Schule arbeiten, um Kindern Englisch beizubringen. Dafür bekommt er nach eigenen Angaben ein monatliches Taschengeld in Höhe von 100 Euro. Während der Schulferien möchte er in Englisch-Camps Nachhilfe geben und reisen. Bei zwei von der Organisation AFS organisierten Seminaren wurde Betsch auf seinen Freiwilligendienst in Thailand vorbereitet. Dort angekommen, wird er in einem Ankunftscamp in das Land eingeführt. „Dazu gehört auch ein Sprachkurs“, weiß er. Bis jetzt beherrscht der 20-Jährige lediglich einige Floskeln der Landessprache Thai. Während seines Auslandsaufenthalts will er jedoch nicht nur seine Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch die für Europäer ungewöhnlichen Schriftzeichen schreiben und lesen lernen. Außerdem erhofft er sich, durch den Freiwilligendienst erwachsener und eigenständiger werden. Seinen Aufenthalt in Thailand möchte er nutzen, um sich von weit verbreiteten Klischees zu lösen – etwa: Thailänder essen doch nur Reis! – und sich ein eigenes Bild von dem asiatischen Land zu machen. Sein Motto: „Nicht du veränderst das Land, in das du gehst, das Land und die Leute verändern dich.“ Seine Eltern unterstützen den jungen Mann bei seinem Vorhaben, wie er sagt – auch wenn sie bei dem Gedanken, dass sie ihren Sohn ein Jahr lang höchstens über den Videochat-Dienst Skype sehen werden, ein komisches Gefühl haben. Nach seiner Rückkehr aus Thailand am 16. Juni 2016 möchte er Geografie oder Meteorologie studieren. Darüber hinaus will er seine Erfahrungen weitergeben, indem er sich ehrenamtlich bei der Organisation AFS als Kontaktperson für andere Freiwillige oder als Seminarleiter engagiert. Freunde des jungen Landauers hatten an einem Schüleraustausch von AFS teilgenommen und ihm die Organisation empfohlen. Betsch entschied sich für das Programm „Internationaler Jungendfreiwilligendienst“ (IJFD). Dieses wird zu 60 Prozent vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die restlichen Kosten müssen die Freiwilligen über Spenden selbst finanzieren. Wie Betsch berichtet, muss er noch 4000 Euro aufbringen. Spendenkonto Sparkasse Südliche Weinstraße, Iban DE 91548500101710180207, Bic SOLADES1SUW, Zweck: Spenden für Thailand.