Landau / Edenkoben
Wie geht’s jetzt mit der Gastronomie weiter?
Mal kurz auf einen Kaffee oder ein Glas Wein in die Stadt? Möglich ist das nun wieder, aber nicht ohne Planung. Der Gast muss vor Ort einen Schnelltest machen oder einen gültigen bereits in der Tasche haben. Ein Hemmnis, sagen einige Gastwirte – beispielsweise die in Bad Bergzabern. Dazu hat die Runde aus Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin beschlossen, über Ostern – genauer: vom 1. bis 6. April – annähernd alles wieder zu schließen. Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Gastronomen planen müssen. Zwei davon, die Geschäftsführer von Mago und Le Bistro, haben unter den gleichen Bedingungen fast am selben Ort unterschiedliche Entscheidungen getroffen.
Öffnen wird Marcel Fritsch, Co-Geschäftsführer des Cafés Mago. „Wir probieren es aus, aber im gedrosselten Modus“, sagt Fritsch. Gedrosselt heißt: mit reduzierter Karte. Geplant sei, dass man erstmal bis einschließlich 31. März öffne und dann die Lage neu bewerte. Ob das Mago dann weiter offen bleibt, hänge dann von den Bedingungen ab. „Wir müssen das Wetter checken und beobachten, wie die Leute die Öffnungen annehmen.“ Die Leuten wollten auch raus, sagt Fritsch – er auch. „Ich habe seit Monaten kein gezapftes Bier mehr getrunken.“
Stadt plant Testmöglichkeiten in Innenstadt
Der Landauer HNO-Arzt Stefan Espenschied mit Praxis in der Unteren Marktstraße hat dem Mago sowie dem Café am Markt derweil Hilfe angeboten. Seit dem 3. März darf sich jeder einmal in der Woche kostenlos testen lassen. Espenschied bietet die Schnelltests an – und hat den Betreibern gesagt, dass sie bei Problemen die Gäste zu den Öffnungszeiten zu ihm in die Praxis schicken können. Damit wolle er die Nachbarn in diesem Bereich in der nördlichen Innenstadt unterstützen, sagt Espenschied. Aber: Espenschied, Fritsch und Wittenberg würden eine feste Testmöglichkeit auf dem Landauer Rathausplatz befürworten.
Das habe die Stadtverwaltung auf dem Schirm, heißt es aus dem Rathaus. Dazu gebe es bereits Gespräche, unter anderem mit privaten Unternehmen. Klar sei, dass es nicht ohne Beteiligung von Gastronomie und Handel gehe. „In den kommenden Tagen gibt es da sicherlich Neues zu berichten. Es soll aber auf jeden Fall zusätzliche Schnelltestmöglichkeiten geben“, teilt die Pressestelle mit.
Einige wollen nach Oster-Lockdown geschlossen lassen
Die andere Entscheidung, nämlich nicht zu öffnen, hat Nicolas Farkasch, Inhaber des Cafés Le Bistro, getroffen. Nach den Ergebnissen der Bund-Länder-Konferenz will er erstmal nicht öffnen. „Es wird eh wieder geschlossen“, sagt er. Farkasch ist der Überzeugung, dass sich jetzt eine Öffnung nicht lohne, da die Tests auf die mögliche Kundschaft abschreckend wirkten. Ob er nach dem verschärften Oster-Lockdown öffne, warte er noch ab. „Die Zukunft der Gastronomie sieht ja nicht rosig aus.“ Neben dem Verhalten der Kundschaft seien auch andere Faktoren, wie beispielsweise das Wetter, entscheidend. Grundsätzlich würde er aber eine Lösung wie im vergangenen Jahr bevorzugen – also mit Abstand, Kontakterfassung und -nachverfolgung. Das habe geklappt.
So wie Farkasch haben einige weitere Gastronomen entschieden, berichtete Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch im Stadtrat am Dienstag. Rund ein Dutzend hätten aufmachen wollen, davon hätten einige wieder zurückgezogen.
Wie es mit den Kunden läuft, kann das Ehepaar Kurz aus Edenkoben berichten. Das Restaurant des Hotels Prinzregent hatte am Montagabend geöffnet, der Andrang sei „verhalten“ gewesen, berichtet Nadine Kurz. Aber: Es laufe am Dienstag schon besser, mittags seien fünf Tische reserviert worden. Doch das Ehepaar Kurz öffnet sein Restaurant nur bis zum Sonntag, in der Woche darauf nur Montag bis Mittwoch zu öffnen, rentiere sich nicht. Ab dann bleibt es Stand Dienstagmittag wieder bis zu der nächsten Ministerpräsidenten-Runde am 12. April geschlossen.
Kurz rechnet mit steigenden Inzidenzwerten und einer weiteren Schließung. Probleme mit Tests und Kundschaft habe es am Montag nicht gegeben. Nadine Kurz geht davon aus, dass sich die Schnell- und Selbsttests im Laufe der Zeit zu einer Selbstverständlichkeit entwickeln werden. Falls nicht: Im Restaurant gebe es Schnelltests, die die Gäste nutzen könnten, sollten sie keinen haben. Das Personal, das sich „riesig“ über die Öffnung gefreut habe, werde zweimal die Woche von Mitarbeitern der Edenkobener Brunnen-Apotheke getestet. Ab Mai geht Kurz dann von Öffnungen unter anderen Bedingungen aus – und baut vor. Stellen habe sie bereits ausgeschrieben.