Landau / SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Wie geht Oster-Shopping trotz steigender Fallzahlen?

Ostern kann kommen – wie hier im Landauer SBK-Markt.
Ostern kann kommen – wie hier im Landauer SBK-Markt.

Die Bundesregierung hat zurückgerudert. Die Geschäfte bleiben über Ostern offen. Sofern der Inzidenzwert stimmt. Die Südpfälzer Einzelhändler erwarten einen Kundenansturm. Für den sie sich gewappnet sehen. Welche Besonderheiten haben sich Blumenläden, Mode- und Möbelhäuser einfallen lassen?

Schokohasen für die Enkel, einen Blumenstrauß für die Oma und alles, was es für ein gutes Osterfestmahl braucht, gibt es im Supermarkt. Wer also keinen Floristen in der Nähe hat oder vergessen hat, die Ostergans beim ortsansässigen Metzger zu bestellen, der rennt eben am Gründonnerstag oder am Karsamstag schnell in die Filiale seines Vertrauens.

Christin Arto, Referentin der Kissel-Stiftung in Landau, begrüßt die Rücknahme der Ostereinschränkungen. Sie ist froh, dass die Märkte der Stiftung, zu denen auch der SBK in Landau zählt, wie gewohnt geöffnet sind. Das Ostergeschäft sei so dieselbe Herausforderung wie jedes Jahr. „Frühzeitige Bestellungen, Lagerkapazitäten checken, zusätzliche personelle Unterstützung an Kassen und im Markt. Diese Vorbereitungen haben wir auch dieses Jahr vorgenommen“, sagt sie. Der Lebensmitteleinzelhandel habe bereits zum Weihnachtsgeschäft 2020 bewiesen, dass er mit dem erhöhten Waren- und Kundendruck und den Corona-Vorgaben zurecht kommt.

Geschulte Mitarbeiter und Masken-Akzeptanz

Auch Inhaber Benedikt Paul sieht seinen Edeka Paul in Billigheim-Ingenheim bestens für das Ostergeschäft gerüstet. „Da die Regierung ihren Osterruhefehltritt korrigiert hat, ist das für uns ein nahezu gelernter Prozess mit erhöhtem Kundenansturm an Feiertagen. Alle Mitarbeiter sind vor Ort, und wir zählen die Kunden, damit nicht zu viele auf der Fläche sind.“ Die Panik vor dem vergangenen Osterfest sei wesentlich höher gewesen, da das Coronavirus damals noch neu war. „Unsere Mitarbeiter sind aber mittlerweile geschult, und die Akzeptanz zum Maskentragen ist da.“ Paul versichert auch, dass es keine Warenknappheit geben werde, da die Lieferanten des Marktes auch kurzfristig liefern könnten.

Die Supermärkte bleiben geöffnet. Unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz. Das gilt allerdings nicht für viele andere Einzelhandelsbranchen. Wer sich noch ein Sommerkleid für die Ostertage kaufen möchte und dabei durchs Geschäft schlendern will, sollte das besser vor Ostern tun. Liegt die Inzidenz nämlich drei Tage in Folge über 50 – und das ist seit Dienstag sowohl in Landau als auch im Kreis Südliche Weinstraße der Fall – ist nur noch Terminshopping möglich.

Schließung könnte am Samstag kommen

Stadt und Kreis müssen dann allerdings zuerst eine allgemeine Verfügung veröffentlichen. Am Donnerstag würden die Geschäfte definitiv noch geöffnet sein, wie Stadt-Sprecherin Sandra Diehl informiert. Die Schließung könnte aber bereits am Samstag kommen. Horst Ehrmann von Möbel Ehrmann sieht das gelassen: „Wir haben über Ostern geöffnet und freuen uns über jeden Kunden. Unser Click-and-Meet-Angebot gibt es auch mit einer Inzidenz über 50.“ Sprich: Wer vorher einen Termin ausmacht, darf auch ins geschlossene Möbelhaus.

Ehrmann erwartet aber ohnehin keinen Ansturm, der nicht zu bewältigen sei, „weil wir beratungsintensive Produkte und keine Laufkundschaft haben“. Jeder Kunde habe in den Märkten, unter anderem in Landau und Herxheim, 100 bis 150 Quadratmeter Platz, und die Mitarbeiter würden zweimal wöchentlich getestet. „Es besteht also keine Gefahr“, sagt Ehrmann, der mit den Umsätzen seit der Wiedereröffnung zufrieden ist.

„Am Karsamstag spielen die Leute verrückt“

Auch das Blumenhaus Trauth in Herxheim sieht sich für das Osterfest gewappnet. „Der Karsamstag ist einer der besten Tage im Jahr. Da spielen die Leute verrückt“, sagt Inhaberin Stefanie Trauth. „Wir haben einen großen Laden, aber die Leute, die zu uns kommen, sind sehr vernünftig. Viele rufen vorher an und fragen, ob sie noch rein dürfen.“ Eine Schließung der offenen Fläche sei kein Problem für das Floristikgeschäft. „Wir haben im Hof einen Stall, wo die Leute ihre bestellten Blumen auch außerhalb der Geschäftszeiten abholen können“, versichert Trauth. Auch bei geöffnetem Geschäft gibt es momentan nur fertige, vorbestellte Sträuße. „Sonst steht man auch mal eine ganze Stunde für ein Fünf-Euro-Sträußchen an. Das geht momentan nicht“, sagt Trauth.

Peter Heuberger rechnet mit einem „Endspurt vor Ostern“ in seinen Modehäusern. Während andere Heuberger-Filialen aufgrund der Inzidenzzahlen nur beschränkt geöffnet sind, mache er sich um sein Haus in Landau keine Sorgen. „Die Kunden kommen bei uns einzeln. Viele vereinbaren auch Termine mit Verkäuferinnen. Diese kennen meist die Garderobe der Kunden und richten ihnen eine Auswahl, sodass diese nicht so viel Zeit brauchen“, sagt Heuberger. Das Modehaus schreibt momentan sogar bessere Zahlen als im März der vergangenen drei Jahre.

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