Landau Wie bewältigen Lehrer Stress?
Das Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (Zepf) der Universität in Landau untersucht ab Mitte Oktober in einer Studie, wie Lehrer einem Burnout vorbeugen können.
Das Zepf hatte für psychosoziale Fachkräfte das Seminarprogramm „Besser leben!“ zur präventiven Gesundheitsförderung entwickelt, das nun für Lehrkräfte angepasst und überprüft wird. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
„Die Frage, wie ich Stress, Erschöpfung und Burnout vorbeugen kann, hat in den vergangenen Jahren durch die starke Belastung im Arbeitsalltag zunehmend an Bedeutung gewonnen“, bekräftigt Privatdozentin Gabriele Dlugosch. Ihr Arbeitsbereich geht unter anderem der Frage nach, welche prophylaktische Wirkung Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Stressbewältigung entfalten können.
Konflikte mit Eltern
„Zahlreiche Studien dokumentieren, dass Lehrkräfte in ihrem Arbeitskontext vielfältigen Belastungen ausgesetzt sind“, sagte Dlugosch. Neben vollen Schulklassen und Lärm zählen dazu beispielsweise der Umgang mit störenden Schülern oder Konflikte mit Eltern. „Diese Belastungsfaktoren können sich bei Lehrkräften aller Schularten unter anderem in Erschöpfung, Kopfschmerzen, Angespanntheit, Antriebslosigkeit oder Schlaf- und Konzentrationsstörungen äußern.“ Das Seminar besteht aus fünf Einheiten mit kurzen theoretischen Inputs und praktischen Übungen.
Für die Studie sucht das Zepf Lehrkräfte zur Teilnahme, die zu mindestens 50 Prozent an einer allgemeinbildenden Schule, Förderschule oder beruflichen Schule tätig sind. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es gibt zwei Starttermine Ende Oktober und im Januar. Die Seminare finden online statt und werden wissenschaftlich mit Fragebogen begleitet.
Konzept weiterentwickelt
Das Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung ist eine zentrale Forschungseinrichtung am Campus Landau. Sie beschäftigt sich mit Fragestellungen der empirischen Bildungsforschung. Gegründet wurde das Zepf vor 50 Jahren mit dem Ziel, empirische Ansätze im bildungswissenschaftlichen Kontext sowohl für die Forschung als auch für die Praxis weiter zu entwickeln. Über die Jahre hat sich das interdisziplinär orientierte Arbeits- und Forschungsfeld weiterentwickelt und ausgeweitet. Die Schwerpunkte liegen heute neben schulübergreifenden Leistungsuntersuchungen und der Diagnostik kognitiver Fähigkeiten auf der Professionalisierung in der schulischen Beratung, in der Erlebnispädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Info
Nähere Informationen zur Studie, zur Anmeldung und Terminen gibt es auf der Projekt-Website www.zepf.eu. Fragen beantwortet das „Besser leben!“-Projektteam per E-Mail unter besserleben@zepf.uni-landau.de