Landau
Weniger Parkplätze dank Carsharing
Ein Carsharing-Platz ist gut für fünf Stellplätze. Nach Auskunft des Bauamtes der Landauer Stadtverwaltung ist diese Regelung von der landesweit geltenden Stellplatzrichtlinie gedeckt. Großstädte wie Frankfurt am Main machten davon regelmäßig Gebrauch, teilt Bauamtsleiter Christoph Kamplade mit.
Aufhorchen ließ diese Möglichkeit jetzt im Zusammenhang mit dem Neubau Stadttor Landau am ehemaligen Kaufhof-Standort. Architekt Tilman Probst hatte im Bauausschuss von 248 Stellplätzen gesprochen, die er auf seinem Zettel hat. Das Bauamt allerdings spricht von 187 Parkplätzen in der zweistöckigen unterirdischen Tiefgarage. Auf Nachfrage erläutert die Stadtverwaltung: „Korrekt muss es heißen, dass wir pro vertraglich nachgewiesenen Carsharing-Stellplatz für die Laufzeit des Vertrages den Nachweis/Bau von fünf normalen Stellplätzen aussetzen.“ Im vorliegenden Fall erklärt sich daraus die Differenz von 187 „realen“ Parkplätzen zu 248, die nachgewiesen werden müssen.
Mehrere Beispiele
Das Bauamt verzichtet nicht auf Stellplätze, sondern nur auf deren Bau, solange sichergestellt ist, dass durch ein Carsharing-Angebot der tatsächlich notwendige Bedarf an Stellplätzen reduziert ist. Anders ausgedrückt: Sollte der Carsharing-Platz nicht gebaut werden oder der Vertrag mit einem Anbieter wieder aufgehoben werden und die Nutzung bleibt unverändert, wird die ursprüngliche Stellplatznachweispflicht wieder aktiviert, informiert die Pressestelle der Verwaltung.
In Landau gilt diese Rechnung nicht nur für das Stadttor Landau, sondern wird auch bei den Uferschen Höfen genutzt. Geplant ist sie laut Verwaltung außerdem beim Projekt an der Reitschulgasse. Und auch der Fitter-Campus prüfe diese Möglichkeit, genauso wie das kürzlich vorgestellte Wohnprojekt der Bösherz Immobilien GmbH an der Horststraße.
„Wir bieten sie inzwischen bei allen größeren Projekten in zentraler Lage an beziehungsweise zeigen uns offen dafür. Da es die Regelung erst seit rund einem Jahr gibt, haben wir in Landau noch keine realisierten Beispiele – die Uferschen Höfe werden wohl die ersten sein“, heißt es in der Antwort der Verwaltung.