Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Pandemie Frühlingserwachen erst im Mai

Der Wochenmarkt soll zurück auf den Rathausplatz.
Der Wochenmarkt soll zurück auf den Rathausplatz.

Der Rathausplatz zeigt sich mit den blühenden Zierkirschen ringsherum von seiner besten Seite. Doch der Schein trügt. Corona bleibt eine Bedrohung. Die Stadt sagt Lätare ab. Die Zeichen für den Maimarkt stehen besser.

In der Innenstadt flattern 1000 Meter farbenfroher Wimpelgirlanden. Sie sollen etwas Spaß verbreiten und die Stimmung der Menschen aufgreifen, die sich auf den Frühling freuen, wie Bernd Wichmann, Leiter des Büros für Tourismus in Landau, erläutert. Er hält auch die Aufstellung eines Maibaumes auf dem Rathausplatz für möglich. Noch ist nichts entschieden.

Der Wonnemonat Mai scheint uns ohnehin mehr Erleichterung zu verheißen, als derzeit angesichts der sehr hohen Corona-Inzidenzen vertretbar ist. Auch Oberbürgermeister Thomas Hirsch hatte auf das Frühlingserwachen gesetzt, sah sich dann aber gezwungen, den für den kommenden Sonntag, 27. März, anberaumten Frühlingsempfang und den Lätareumzug mit Hansel-Fingerhut-Spiel der Kindertagesstätten abzusagen.

Viele Betriebe und Verwaltungen müssten auf Mitarbeiter verzichten, weil diese in Quarantäne seien oder mit den langwierigen Folgen einer Corona-Erkrankung zu kämpfen hätten. Die Krankenhäuser müssten Operationen verschieben, Gastronomen beschränkten sich auf die kalte Küche. Bei der entscheidenden Hospitalisierungsinzidenz hinke man 14 Tage hinterher. Veranstaltungen heute wirken sich also erst im zwei Wochen auf das Infektionsgeschehen aus. Hirsch bemerkt süffisant, es habe den Anschein, als hoffe man in Bund und Land, die kommunale Ebene werde die Bedingungen schaffen, eine Sommerwelle zu verhindern, um nicht weiteren Mutationen Vorschub zu leisten.

Ukraine-Krise bindet Kräfte zusätzlich

„Es klemmt in vielen Bereichen“, betont Hirsch und appelliert „erneut, wiederholt und weiterhin“, vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein, die Impf- und Testmöglichkeiten in Landau zu nutzen. Mit Blick auf die sehr hohe Infektionslage kann sich Hirsch nicht vorstellen, „dass Bund und Land es so weiterlaufen lassen“. Für eine zusätzliche Herausforderung sorge die Ukraine-Krise, die auch Kräfte binde. So habe eine Mitarbeiterin des Gebäudemanagements eine Woche lang 70 Wohnungen besichtigt unter dem Gesichtspunkt, ob dort Flüchtlinge unterkommen könnten.

Auf den Lätareumzug haben sich viele Kinder gefreut. Gerade, weil sie und die Jugendlichen diejenigen seien, die am meisten unter der Pandemie leiden, verstehe er die Enttäuschung über die Absage, gibt Hirsch zu verstehen. Er habe Verständnis für das Unverständnis der Eltern. Doch die Absage sei das kleinere Übel, denn schließlich gehe es um eine Großveranstaltung mit möglichst vielen Leuten. „Der Umzug ist nur zu verfolgen, wenn man da ist, wo die anderen sind.“ Das sei beim verkaufsoffenen Sonntag eine Woche später anders, weil sich dann die Menge auf die ganze Innenstadt verteile.

Maier: Völlig falsches Zeichen

In diesem Zusammenhang meldet sich am Montag Florian Maier zu Wort. Der Dammheimer Ortsvorsteher, Landtagsabgeordete und SPD-Fraktionsführer im Stadtrat hält es für einen Fehler, den Umzug abzusagen. „Es ist das völlig falsche Zeichen, dass jetzt Veranstaltungen für Kinder unter freiem Himmel abgesagt werden“, unterstreicht Maier. Gerade die Lebensqualität von Kindern und Familien müsse nach zwei Jahren Pandemie in den Blick genommen werden. „Dass am Samstag in einem Landauer Stadtdorf noch ein Schlachtfest von Parteifreunden des Oberbürgermeisters mit dem OB-Kandidaten – laut Einladungsflyer in einer Turnhalle - stattfinden wird, muss in diesem Kontext wohl mindestens als unglücklich bezeichnet werden“, bemerkt Maier.

Gefeiert werden soll in Landau auch wieder öffentlich, und zwar beim Maimarkt vom 30. April bis 9. Mai auf dem alten Messplatz. Marktmeisterin Sonja Brunner-Hagedorn hält den Maimarkt für gut händelbar. Der Markt werde wieder eingezäunt, an Einlassstellen könnten dann noch geltende Beschränkungen auch kontrolliert werden. Das Fest solle so normal wie möglich gefeiert werden. Dass die Süwegahalle weg sei, mache es einfacher, Fahrgeschäfte mit Abstand zu stellen. Natürlich werde es auch wieder ein Riesenrad geben.

Wochenmarkt gehört in die Stadt

Vorher wird der Wochenmarkt wieder auf den Rathausplatz umziehen. Da, wo er hingehöre, wo sich die Leut’ träfen im Herzen der Stadt, meint Beigeordneter Jochen Silbernagel (FDP). Das Büro für Tourismus hatte offenbar nicht erwartet, dass die Marktbeschicker wieder vors Rathaus drängten, aber man sei auf offene Ohren gestoßen, erzählt Wichmann. Voraussichtlich am Samstag nach Ostern werde der Wochenmarkt am alten Platz stehen. Man habe vier bis fünf Absagen für die neue Saison, die nicht ergänzt würden. So entstehe etwas mehr Platz. Die Teststation solle einen anderen Platz bekommen.

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