Landau
Was die Landauer Urban Gardening-Gruppe bewirken möchte
Melonen, Physalis und Amaranth sind nur einige von vielen weiteren Exoten, die auf dem Beet der ehrenamtlichen Landauer Gärtnergruppe Urban Gardening am Landesgartenschaugelände (LGS) beheimatet sind. Wenige Meter vom Aussichtsturm entfernt. Um diese und eine weitere Fläche am Reallabor Queichland im Horst kümmert sich die junge Gruppe.
Was motiviert die junge Gruppe?
Studentin Flora Dahlhausen erklärt die Grundmotivation der Landauer Gruppe: „Stadtbewegungen dieser Art gibt es ja schon in sehr vielen Großstädten Deutschlands. Wir wollten einfach das Bewusstsein für Obst und Gemüse wieder in die Landauer Gesellschaft zurückbringen. Außerdem wollen wir zeigen, inwiefern man in seinem Garten nachhaltiger arbeiten kann.“
Die 21-jährige Dahlhausen war eine der drei Initiatoren, die im Mai vergangenen Jahres in der Landauer Umweltgruppe die Idee einer solchen Vereinigung in den Raum warfen. Schnell geriet die Bewegung ins Rollen, kurze Zeit später wurden alle Studenten der Uni Landau in einem Rundschreiben zu den ersten Treffen eingeladen. Auf eine dieser Mails sprang Agnes Mörth an, die Umweltwissenschaften studiert. Sie kam sofort zu einem der Treffen. „Anfangs war alles sehr chaotisch. Wir mussten erstmal überlegen, wie man so ein Projekt überhaupt plant.“
Aus Möbeln werden Schrägbeete
Die Planung wurde in mehrere Untergruppen aufgeteilt. Eine Gruppe kümmerte sich um das Eintreiben von Sponsoren und das Beschaffen von brauchbaren Materialien. Dabei wurde die Online-Plattform „Free your stuff“ nach Brauchbarem durchforstet. Dort können Sachen, die sonst entsorgt werden würden, verschenkt. Aus Möbeln entstanden unter anderem Schrägbeete. Auch in Landau wurde Dahlhausen fündig. „Ich habe bei einem Spaziergang in der Nachbarschaft Schranktüren und Paletten im Sperrmüll gesehen. Aus diesen haben wir dann ein Beet gebaut.“
Eine weitere Gruppe kümmerte sich um die Hochbeete. Bevor es ans Schaffen ging, musste sich die bunt zusammengewürfelte Gruppe ein gewisses Maß an Fachwissen aneignen. „Wir haben Bücher gelesen, um zu verstehen, wie man überhaupt ein Hochbeet baut. Außerdem wussten wir nicht, was für eine Erde und welche Art der Bepflanzung bei Hochbeeten Sinn macht“, berichtet Mörth.
Altenheimbewohner mit einbezogen
Neben dem biologischen Aspekt wurden bei der Auswahl der Pflanzen auch die benachbarten Bewohner der Pro Seniore Residenz Parkstift miteinbezogen. „Die Menschen laufen regelmäßig an den Beeten vorbei und sollen deshalb auch ein Wort bei der Auswahl der Pflanzen mitreden können.“
In der Nähe des LGS-Geländes wachsen neben Gemüsesorten wie Tomate und Zucchini auch exotische Kräuterarten. Bei der Bepflanzung der Fläche legte Dahlhausen vor allem Wert auf die Gewährleistung der Permakultur. Das in den 70er-Jahren entwickelte Konzept zielt darauf ab, die Landwirtschaft und die Bepflanzung von Flächen nach Vorbild natürlicher Ökosysteme zu gestalten. Bezogen auf die Landauer Fläche bedeutete das unter anderem eine Bepflanzung mit großen Blättern, da diese viel Schatten spenden. Außerdem wurden Beete gemulcht, was den Vorteil mit sich bringt, weniger gießen zu müssen.
„Im Supermarkt findet man alles zur Überhand. Auf unseren Flächen sieht man, wie lang eine Zucchini wirklich braucht, bis sie essbar ist“, sagt Mörth. Gewöhnlich trifft sich die Landauer Urban Gardening-Gruppe zwei Mal die Woche. Zu Beginn der kalten Jahreszeiten wird es aber etwas ruhiger zugehen. Um jedoch das Miteinander und den Kontakt untereinander bis zur Frühjahrsblüte aufrecht zu erhalten, sind Spieleabende geplant.