Landau Warum gibt es keine Wohnungen über dem Netto?
Bekanntlich hat der Aldi in der Maximilianstraße aufgestockt und Studentenappartements über dem Einkaufsmarkt gebaut. So ist es auch bei der Filiale des Discounters in der Annweilerstraße vorgesehen. In vielen deutschen Städten wird mit der Überbauung von Supermärkten mit Flachdächern der Wohnungsnot begegnet. Die Redaktion hat die Anregung des Lesers aufgenommen und bei der Stadt nachgefragt, ob das auch beim neuen Bauvorhaben von Netto in Landau ein Thema war.
„Wir wirken auf alle Lebensmittelmarktbetreibenden ein, bei einem umfassenden Umbau oder Neubau zu prüfen, ob man die eingeschossigen Ladenflächen mit Wohnungen überbauen kann“, antwortet die Stadtverwaltung. Es gebe aber räumliche, baurechtliche und planungsrechtliche Vorgaben, die das nicht überall sinnvoll oder umsetzbar erscheinen ließen – wie beim Netto-Markt am Horstring, beim Lidl-Markt an der Wieslauter Straße und auch jetzt beim Netto-Markt im Quartier Vauban.
Der Platz fehlt
Es müsse vor allem genügend Platz im Umfeld sein, um Abstandsflächen einzuhalten, Anlieferverkehre zu organisieren und das Parken – für den Markt und etwaiges Wohnen über dem Markt – unterzubringen. An den drei genannten Standorten sei immer mindestens eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt und auch mit einer kompletten Umplanung nicht zu lösen gewesen, informiert die städtische Pressestelle.
Im Quartier Vauban fehle, anders als bei den genannten „überbauten“ Märkten, schlicht und ergreifend der Platz, um alle Ansprüche eines gemischt genutzten Objekts unterzubekommen und dabei die Interessen der Nachbarn noch adäquat zu berücksichtigen. „Deshalb wird es im Quartier Vauban keinen Wohnungsbau auf dem Markt geben, obwohl der Bedarf zweifelsfrei vorhanden ist und der Standort grundsätzlich auch für den Wohnungsbau geeignet gewesen wäre.“