Landau Warnstreik bei Eberspächer
Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eberspächer catem GmbH und Co KG in Herxheim sind gestern Mittag einem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt. Sie fordern Tarifbindung.
Bereits am Morgen hatte es einen Warnstreik von Nacht- und Frühschicht gegeben – den wohl ersten der Firmengeschichte am Standort, so Ralf Köhler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Neustadt. Er vermutet, dass der Erfolg beim Aluminiumprofile-Hersteller Constellium in Mörlheim die Beschäftigten ermutigt habe, für ihre Rechte zu kämpfen. Wie berichtet (Ausgabe vom 23. Juni), war Constellium nach Streiks zum Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie zurückgekehrt. Nach Köhlers Angaben beschäftigt Eberspächer rund 10.000 Menschen weltweit, davon etwa die Hälfte in Deutschland und rund 4000 mit Tarifbindung. Die gebe es in Herxheim nicht, weshalb die rund 450 Beschäftigten dort zwischen fünf und 25 Prozent weniger verdienten als ihre Kollegen. Der Betriebsratsvorsitzende Joachim Spielberger sagte, Eberspächer catem sei Weltmarktführer bei elektrischen Zusatzheizungen für Brennstoffzellen- und E-Fahrzeuge und das Werk, das mit vier Schichten rund um die Uhr produziert, sei gut ausgelastet. Daher sei die ungleiche Bezahlung nicht verständlich. Die Streikbereitschaft sei hoch, so Spielberger, der von 53 Prozent weiblichen Beschäftigten spricht. Noch am Nachmittag war eine weitere Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern angesetzt. Zwei Gespräche im Juni haben laut Köhler Annäherungen gebracht, aber dann habe es einen Rückzieher gegeben. „Es gibt eine erste Annäherung“, bestätigte Pressesprecherin Anja Kaufer in Esslingen. Das Unternehmen setze auf Dialog und gehe von einer Einigung aus.