Karikatur der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Wahlergebnisse: Interpretationen sind dehnbar

Juchu, Zweiter!
Juchu, Zweiter!

Wahlergebnisse zu interpretieren, ist eine hohe Kunst. Gestandene Politiker beherrschen sie meisterhaft: „Das schlechteste Kommunalwahlergebnis, das in den alten Bundesländern je bei 37,5 Grad eingefahren wurde“ über den Sieger oder „Wir haben als einzige unser Ergebnis verdoppelt“ über die eigene Steigerung von zwei auf vier Prozent. So ist jetzt auch die SPD unterwegs. Dem ersten Teil der Aussage, wonach das Wahlergebnis zeige, dass die Bürgerinnen und Bürger großes Vertrauen in Maximilian Ingenthrons Arbeit hätten, kann man mit etwas Wohlwollen ja noch folgen. Aber die Folgerung, dass die Hälfte der Wähler sich wünsche, dass Ingenthron „auch weiterhin in einer verantwortlichen Position Landaus Stadtpolitik mitgestaltet“ ist gewagt. Man könnte aus dem Ergebnis genausoschlecht den Schluss ziehen, dass über 50 Prozent der Wähler aufgrund der vorherigen Koalitionsvereinbarung und der Wahlempfehlung ganz bewusst Lukas Hartmann (Grüne) auf dem Bürgermeistersessel und damit auf Ingenthrons Platz sehen wollten. Aber vielleicht hat die SPD ja auch nur gemeint, dass Hartmann und Ingenthron einfach ihre Plätze tauschen sollten – das wäre auch noch eine verantwortliche Position.... Offenbar verkraftet die SPD einfach nicht, dass ihr „Landauer“ mit 33 Jahren Erfahrung in der Kommunalpolitik im Abseits gelandet ist

x