Landau Von Schlümpfen und weit entfernten Hauptstädten
Wer weiß eigentlich, dass die Schlümpfe gar nicht aus Schlumpfhausen, sondern aus Belgien kommen, genauer gesagt aus der Feder des belgischen Zeichners Peyo stammen? Oder wie weit Berlin und Prag voneinander entfernt sind? Diese und viele andere Dinge erkundeten die Fünftklässler am Pamina-Schulzentrum Herxheim ein Jahr lang, immer am Beispiel eines EU-Landes.
Diese Länder stellten sie zum Abschluss der Projektwoche vor den Sommerferien ihren Mitschülern in einer kreativ gestalteten Ausstellung vor. „275 Kilometer Luftlinie sind Prag und Berlin voneinander entfernt“, weiß einer der Fünftklässler am Stand zu Tschechien. „Und die am weitesten von Prag entfernte Hauptstadt Europas ist Rekjavik.“ Das haben er und seine Mitschüler im Mathe-Unterricht auf der Karte nachgemessen und ausgerechnet. Eine andere Klasse hat in Biologie die Flora und Fauna Italiens erkundet, wieder eine andere selbst Gedichte über Spanien verfasst. Ziel sei es gewesen, dass jede Klasse das ihr zugeteilte Land aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernt, erklärt Christine Götz. Sie hat das Projekt zusammen mit ihren Kollegen Andreas Blum und Ulla Ehmer ins Leben gerufen – im Rahmen der Auszeichnung „Europaschule“. Zehn Länder präsentierten die fünften Klassen: von Kroatien über Tschechien und Dänemark bis nach Spanien. Michael Dürphold, Leiter der Orientierungsstufe, lobte vor allem die Vielfalt und Kreativität der Präsentationen. Die seien nicht die typischen Touri-Infos, wie man sie von einem Land zuerst bekommt, sondern viel weitreichender, was wohl auch der Tatsache zu verdanken sei, dass die Schüler sich über ein ganzes Jahr hinweg mit dem Land befassen konnten. Schuhkartonbühnen mit Märchenfiguren und ein Dominospiel für Französisch-Vokabeln präsentierten die Fünftklässler ihren Mitschülern. Viele boten auch kleine kulinarische Eindrücke ihres Landes an, Baguette aus Frankreich, Waffeln aus Belgien und Churros, ein iberisches Fettgebäck. Am Spanienstand gab es außerdem Bilder von dem vor einem Jahr ins Leben gerufenen Schüleraustausch mit Teneriffa zu sehen. Eine Gruppe Fünftklässler gab eine Tanzeinlage zur Musik des belgischen Sängers Stromae zum Besten. Unterstützt wurden die Fünftklässler von der Europa-AG. Die Neunt- und Zehntklässler luden zum Abschluss zum Quiz ein, um die Geografiekenntnisse der Mitschüler auf die Probe zu stellen. So war beispielsweise die Frage, wo denn Mazedonien liegt, für die Fünftklässler schon eine Herausforderung.