Landau Von Abnormalen und einer Labertasche

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Die Lebensbedingungen in russischen Arbeitslagern, der Umgang mit Behinderten während des Nationalsozialismus, der völlige Verlust von Hab und Gut: Für Aufsätze zum Thema „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ werden heute drei Schüler aus der Südpfalz ausgezeichnet. Sie haben beim „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“ abgeräumt.

Dennis Vöhringer und Malika Römer aus der elften Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums Landau schildern in ihrer Arbeit „Russlanddeutsche in der Geschichte“, für die sie einen Förderpreis erhalten, die Umstände in einem Arbeitslager in der Nähe des russischen Orts Buguruslan im Jahr 1942. Diese waren vor allem geprägt von Kälte und Hunger. „Sie mussten auf engstem Raum leben“, berichtet Vöhringer über die Lebensbedingungen. Auch Elisabeth Fink, die bis vor Kurzem noch die Paul-Gillet-Realschule plus in Edenkoben besucht hat, bekommt einen Förderpreis. Sie zeigt in ihrer Arbeit „Blubber-Oma Martha“, wie Weltkriege einer reichen Frau alles nehmen können. Warum Blubber-Oma? Weil die Protagonistin immer sehr viel erzählt, also „geblubbert“, hat, so Fink. Marie Sophie Purper hat in der zwölften Klasse der Integrierten Gesamtschule Kandel über psychisch Kranke und Behinderte in der Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster während der NS-Zeit geschrieben, über die damals unmenschlichen Lebensumstände für alle, die von dem Regime als „abnormal“ abgestempelt wurden (wir berichteten). Die Südpfälzerin darf sich über einen Landespreis freuen. Die Preisverleihung ist heute im Landtagsgebäude in Mainz. Für den Geschichtswettbewerb wurden nach Angaben der Organisatoren dieses Jahr 1563 Arbeiten eingereicht. Unter den 250 Landessiegern wählt eine Jury nun 50 Beiträge für die bundesweite Endausscheidung aus. Am Ende gibt’s fünf Gewinner. Der Bundespräsident wird diese in Berlin empfangen. Der Wettbewerb ist nach eigenen Angaben der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Er will bei Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit fördern und Verantwortungsbewusstsein stärken. (vup)

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