Landau Voll klein, voll groß

91-95274223.jpg

Über 200 Aussteller tummeln sich bei der Landauer Wirtschaftswoche. Dort gibt es große Firmen wie beispielsweise den Staubsaugerhersteller Vorwerk oder den Energieerzeuger Pfalzwerke. Aber auch Kleinunternehmen wie zum Beispiel die Gebrüder Knoblauch aus Rülzheim sind dabei. Sie haben den kleinsten Stand auf der Messe. Die Energie Südwest hat den größten.

Winfried Knoblauch sitzt in Halle 6. Vom Eingang aus gesehen ist das die Halle rechts hinten in der Ecke. Sein Platz dort ist ebenfalls hinten in der Ecke. Die Besucher, die den Stand der Knoblauchs sehen wollen, haben einen weiten Weg. Vorbei an Essensständen, Haushaltswaren und vielen weiteren Ausstellern, die auf der „Wiwo“ um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlen. Ganz anders sieht das bei der Energie Südwest aus. Halle 1. Nach Angaben der Messeleitung ist es dieses Mal der größte Stand. Dieser erstreckt sich hinten über die komplette Breite der Halle. Links steht ein neues Elektroauto. Es soll bald jedem, der Car-Sharing in Landau machen möchte, zur Verfügung stehen. In der Mitte gibt es Stehtische, an denen die Mitarbeiter für Beratungsgespräche zur Verfügung stehen. Rechts ist die Café-Bar, die zusammen mit der Landauer Kaffeerösterei betrieben wird. Und es gibt dort auch einen Sitzbereich, der zum Verweilen einlädt. Winfried Knoblauch hat immerhin zwei Grünpflanzen bei sich im Stand, dazu jeweils einen Stuhl für sich und einen Besucher. Vor dem Stand steht noch ein Sessel – das Ausstellungsstück, an dem der Kunde sehen kann, was eine Reinigung bringt. Er ist zur Hälfte gereinigt und aufpoliert, die andere Hälfte sieht so aus, wie ein Ledersessel nach jahrelangem Gebrauch eben aussieht. Knoblauch ist Rentner, kümmert sich für seine Söhne Patrick und Andy um den Stand. Es ist still, ab und an schlendert ein Messebesucher an diesem Montagmittag vorbei. Selten blickt einer rüber zu Knoblauch. An der Café-Bar ist mehr los. Filiz Atasoy von der Kaffeerösterei bedient die Gäste. Die junge Frau ist ständig beschäftigt. Den Kunden kann sie viele verschiedene koffeinhaltige Heißgetränke anbieten. Kaffee? Latte Macchiato? Oder Kakao? „Es läuft rund, ich bin sehr zufrieden, und es macht Spaß“, erzählt sie, während die Maschine einen Kaffee aufbrüht. Die Einnahmen, die der Kaffeeverkauf bringt, werden direkt an das Landauer Frauenhaus gespendet. Das übernimmt die Energie Südwest. „Jedes Jahr sind es so 2500 bis 3000 Euro für den guten Zweck“, informiert Marketingmitarbeiterin Ute Fried. Der Versorger betreibt mit diesem Stand vor allem Image-Werbung. Wenn ein neuer Vertrag dabei zustandekommt, ist das gut, aber die Mitarbeiter versuchen nicht, offensiv zu verkaufen. Fried freut sich über das Interesse. Nicht offensiv zu verkaufen – das gehört auch zu Knoblauchs Konzept. Mit seinen 40 Jahren Erfahrung sieht der Rentner, wer nur schnell im Vorübergehen guckt und wer Interesse hat. „Wir machen nicht nur Ledermöbel, auch Autositze“, beginnt er aufzuzählen. Teppiche und Stoffpolster können bei den Knoblauchs zum Waschen, Reinigen oder Färben abgegeben werden. „Wir machen aber auch Kundenbesuche, um uns die Stücke vor Ort anzuschauen“, sagt er. „Bei zehn Aufträgen wäre die Messe ein voller Erfolg für uns.“ Am Wochenende seien drei Interessenten bei ihm gewesen. Mit einem davon konnte er einen Vertrag abschließen. Das sei kein Problem, denn „Montag bis Freitag läuft es immer am besten“. Info Wirtschaftswoche auf dem Messegelände bis Sonntag, 12. März, täglich 10 bis 18 Uhr. |fare

x