Landau „Volksverräter“-Wagen beim Fasnachtsumzug:

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Im Fasching werden politische Argumente überhöht dargestellt. Warum macht die RHEINPFALZ daraus ein Politikum? Wollen Sie einen Prüfungsausschuss Faschingswagen einrichten? Oder muss man den Bürgermeister fragen, was für ein Wagen genehm ist? Es ist doch bezeichnend, wenn ein Bürgermeister einen Faschingsumzug verlässt, weil ihm ein Wagen nicht passt. In Ihrer Zeitung werden auch Sachen gedruckt, die nicht von allen geteilt werden, muss man deswegen Ihre Zeitung abbestellen? In einer Demokratie muss man auch Minderheitenmeinungen dulden. Man könnte noch mehr dazu sagen. Ihr Redakteur sollte mal einen Grundkurs Demokratie oder eine Woche Türkei buchen. Vielleicht merkt er dann, was Meinungsfreiheit bedeutet. (Anmerkung der Redaktion: Wir halten es für angebracht, Entgleisungen rechtzeitig zu benennen, damit Freiheit und Meinungsfreiheit keinen Schaden nehmen.) Bei allem Verständnis für karnevalistische Darbietungen: Wer die Auffassung vertritt, die Bezeichnung der Kanzlerin als Volksverräterin sei „ja nichts“, dem empfehle ich dringend das Studium der Paragrafen 186 bis 188 StGB. Da steht nichts darüber drin, dass der Karneval einen Rechtfertigungsgrund für solches Auftreten darstellt. Und für jene, die Verantwortung für den Zug tragen, kann sich durchaus die Frage stellen, ob Wegsehen reicht, um einer möglichen Garantenpflicht im Sinne des Paragrafen 13 StGB zu genügen. Solche jugendlichen Leute gibt es leider viel zu viele. Die einfach ohne nachzudenken „arbeiten“. Diesen Jugendlichen gehört keine Strafe, sondern ebenso wie ihren Eltern eine Nachhilfestunde in den Fächern Vorteile einer Demokratie sowie Achtung vor seinen Mitmenschen. Nach dem Motto: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem andern zu. Seit Jahrzehnten zieht am Faschingsdienstag der Faschingsumzug durch die Straßen von Bad Bergzabern. Auch dieses Jahr. Doch leider rückte im Bericht darüber das Wesentliche eher in den Hintergrund, da ein Wort eines Motivwagens, „Volksverräterin“, in Bezug auf unsere Bundeskanzlerin, wichtiger schien. Natürlich distanziere auch ich mich energisch, auch als Mitglied des Organisationsteams, gegen diese Präsentation. Die Naivität der Wagenbauer und anscheinende Unwissenheit, was manche Wörter bedeuten, führte zu ungeahntem Medienaufwand (...). Leider wurde in dem Artikel der Aufwand, den die anderen Gruppen betrieben haben, zu wenig gewürdigt. (...) Die Gedanken waren anscheinend mehr auf das journalistisch „geilere“ Thema fixiert. In Bad Bergzabern wird diese alte Tradition und das Brauchtum des Faschingsumzugs seit Jahren gepflegt und mit Spaß und Humor bei großer begeisterter Zuschauerkulisse gelebt. Da die ursprünglichen Verantwortlichen aufhörten, wird die Durchführung seit vier Jahren vom vierköpfigen Organisationsteam mit viel Mühe und Leidenschaft ausgearbeitet und vorbereitet. Man versucht an alle Eventualitäten zu denken. Durch die jetzt bis ins kleinste Detail zerlegte „Wichtigkeit“ des genannten Themas könnte es für die kommenden Jahre weitreichende Folgen haben, so dass das Organisationsteam noch mehr gefordert sein wird. Auch ist es traurig, dass sich die Stadt als Veranstalter nicht zum Organisationsteam bekennt und ihm Rückendeckung gibt und sogar fälschlicherweise die KG Hameckia, die gar nichts damit zu tun hat, mitbelastet. Macht das als Hobby dann noch Spaß? (Mitglied des Organisationskomitees) Keine Regierung kann jahrelang absolut fehlerfreie Politik betreiben. Auch als Nicht-CDU-Wähler finde ich Frau Merkel als Kanzlerin außerordentlich gut. Der Umzugswagen „Kapeller Narren“ lässt in diesem kleinen südpfälzischen Dorf dreierlei Menschen vermuten, die schwere Bedenken hervorrufen: 1. Solche, die an Idee und Bau dieses dümmlichen, geistesschwachen, nur vermeintlichen Fastnachtsbeitrags beteiligt waren. „Volksverräter“ hatten wir in Deutschland mit Hitler, seinem Regime und den freiwillig regimefreundlich mitarbeitenden Bürgern. Sie denunzierten, vertrieben, ermordeten nicht nur unschuldige deutsche Juden, deutsche Behinderte, deutsche Homosexuelle, deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten, auch jüdisch-deutsche Soldaten, die im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite ihr Leben riskiert hatten. Sie grenzten große deutsche bildnerische und musikalische Kunst als „entartet“ aus und verbrannten die Bücher überragender deutscher Schriftsteller. 2. Solche, die den Wagenbau in Kapellen beobachtet haben, aber nichts dagegen eingewandt haben. 3. Solche, die den Wagen beim Vorbeifahren laut oder still beifällig begrüßt haben. Anständige Kapeller Bürger sollten in der Zeitung Farbe bekennen. Ich lade mir Gäste ein, sehe zu, wie sie meinen Ruf (Haus) ruinieren und verlasse dann mein eigenes Haus!!! So ungefähr war die Reaktion des Stadtbürgermeisters, als er von einem Reporterteam auf den „Braunen Wagen“ angesprochen wurde. Wie kann ich meine eigene Veranstaltung verlassen, ohne auf Missstände zu reagieren? Der Bürgermeister wurde von seinen Bürgern als Mann ihres Vertrauens gewählt! Müsste er sich nicht als solcher vor seine Bürger stellen, statt zu flüchten? Diese oder ähnliche Fragen werden sich viele Bürger der Stadt Bad Bergzabern in diesen Tagen stellen. Kennt ein Herr Dr. Fred-Holger Ludwig nicht seine Verträge und Vereinbarungen? „Die Stadt Bad Bergzabern ist Veranstalter des Faschingsumzuges am Dienstag 28.02.2017 in der Zeit von 15.11 – 17.00 Uhr“, lautet der erste Absatz der Vereinbarung der Stadt Bad Bergzabern und dem Organisationsteam! Den „dicksten Hund“ hat er sich allerdings geleistet, als er versuchte, die Verantwortung auf die KG Hameckia oder das Orga-Team abzuschieben. Die KG Hameckia war als Karnevalsverein an diesem Umzug, genauso wie jeder andere Wagen, nur Teilnehmer. (Mitglied der KG Hameckia)

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